Kommentare aus Kommentarreihen
Rudolf Schnackenburg, Der Brief an die Epheser, EKK, Neukirchener Verlag, 1982. Gehört zur Historisch-Kritischen Referenzreihe in Deutschland, dem Evangelisch-Katholischen Kommentar. Sieht den Eph als Deuteropaulinisch an. Behandelt grammatische Probleme an brenzligen Stellen, präsentiert ansonsten einen theologischen Überblick über die einzelnen Abschnitte. Besonderheit: Übersicht über die Wirkungsgeschichte des Eph; Exkurse zu einzelnen Themen gesammelt am Ende des Buches. Kann m.E. nicht mit meinem persönlichen Lieblingskommentar der EKK Reihe, Gräßers Auslegung des Hebr, mithalten. Enthält aber nützliche Einblicke und muss bei einer wissenschaftlichen Auslegung des Eph auf jeden Fall berücksichtigt werden. ***
Peter O’Brien, The Letter to the Ephesians, Pillar New Testament Commentary, Eerdmans, 1999. Vom Stil her m.E. ein wenig ähnlich wie Schnackenburg. Schwerpunkt liegt auf der Darstellung des Gedankenganges. Einzelprobleme werden aber auch diskutiert, wenn auch nicht so ausführlich wie in anderen Kommentaren. Wer einen guten Einblick in den Eph sucht ist mit diesem Kommentar sicherlich gut beraten. Finde ich gelungener als den EKK, daher ****
Markus Barth, Ephesians, Anchor Bible, Doubleday, 1981. Dieser Kommentar hat in seiner Auslegung eine interessante Zweiteilung: Zuerst werden Anmerkungen zu den einzelnen Versen gemacht, bevor dann in einem “Kommentarteil” die Einzelbeobachtungen innerhalb der einzelnen Abschnitte nach Themen sortiert genauer untersucht werden. Ich finde den Ansatz gelungen. Interessant ist auch Barths Plädoyer für Paulus als Verfasser des Eph. ****
Joachim Gnilka, Der Epheserbrief, ThKNT, Herder, 1982. Der Epheserkommentar aus der großen katholischen Reihe “Herders Theologischer Kommentar”. Die katholische Sicht bricht bei der Kommentierung auch immer wieder durch. Hat aber gute Gedankengänge, die interessante Perspektiven öffnen. Habe ich aber nicht so ausführlich angeschaut, wie die anderen, daher ohne Bewertung. In einer wissenschaftlichen Arbeit über den Eph ist der Kommentar aber sicherlich immer noch Pflicht.
Petr Pokorny, Der Brief des Paulus an die Epheser, ThHkNT, Ev. Verlagsanstalt, 1992. Mit dem Kommentar konnte ich mich nicht anfreunden. Ich habe ihn dann auch kaum beachtet, muss ich gestehen. Daher keine Bewertung.
Andrew Lincoln, Ephesians, WBC, Word Publishing, 1990. Ein ausführlicher Kommentar aus der Word Biblical Reihe. Sehr stark im Analyse-Teil bei grammatischen Diskussionen. Teilt die Verse in kleine Pakete auf und kommentiert diese dann Stück für Stück. Sehr strukturiert. Bei der Frage nach der Verfasserschaft hat der Autor nach eigenen Angaben eine Wandlung durchgemacht und sieht den Eph jetzt nicht mehr als Paulinisch an. Hat mich aber im Gesamtkonzept nicht so überzeugt wie Hoehner oder O’Brien. Sollte aber auch konsultiert werden.***
Klyne Snodgrass, Ephesians, NIV Application Commentary, Zondervan, 1996. Die NIVAC Reihe setzt ihren Schwerpunkt, wie der Name schon andeutet, auf der Anwendung der im Text offenbarten Prinzipien auf die heutige Zeit. Und das macht der Kommentar auf den ersten Blick recht gut. Ich war überrascht. Wer also eine Hilfe bei der Suche nach Anwendungen benötigt, der sollte sich diese Kommentarreihe mal anschauen. ****
Einzelkommentare
Heinrich Schlier, Der Brief an die Epheser, Patmos, 1968. Ein etwas älterer Kommentar, der in keiner Reihe erschienen ist. Habe ich aber auch nicht oft konsultiert. Kommentiert den Text in einem Fließtext ohne Versabgrenzung. So kann man den Text zwar flüssig durchlesen, hat dagegen aber u.U. ein paar Probleme, wenn man ganz gezielt nach einer Stelle sucht. Ohne Bewertung
Heinrich Hoehner, Ephesians, Baker, 2006. Wer auf der Suche nach einem Kommentar für den Eph ist, der sollte ein paar € in diesen Kommentar investieren. Auf fast 1000 Seiten legt Hoehner den Eph aus. Er hat sein halbes Leben diesem Kommentar gewidmet. Und das merkt man auch. In keinem anderen Kommentar findet man so eine Fülle an Informationen. Alleine die Einleitung in den Brief ist Gold wert. Fast jeder Einwand gegen die paulinische Verfasserschaft wird behandelt. Jede mögliche Sicht wird dargestellt. Am Schluss hat man den Eindruck, es gäbe keinen Kommentar zum Eph, den dieser Mann nicht gelesen hätte. Auch seine Auslegung ist sehr ausführlich und detailliert. Ähnlich wie Lincoln werden einzelne Verse in kleine Pakete aufgeteilt und dann Stück für Stück durchgenommen. Größere Abschnitte erhalten manchmal eine Einleitung, die einen Überblick gibt und die Probleme behandelt, die in der Einzelexegese u.U. unter den Tisch fallen könnten. Auch aufgrund seiner Aktualität (1. Auf. 2002) ist das momentan wohl “der” Kommentar zum Eph, an dem man nicht vorbeikommt, auch wenn man nicht alle seine Ansichten teilen muss. *****
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