Bei der Recherche für einen Artikel darüber, wie Christen und Gemeinde von Urheberrechten betroffen sind und wie sie mit ihnen umgehen können und sollen, bin ich auf das Buch “Urheberrechte im Alltag” im Rahmen der “Schriftenreihe” der Bundeszentrale für politische Bildung gestoßen.
Die Autoren dieses Buches stehen im Zusammenhang mit der Seite iRights.info, einer Info-Seite zum Thema Urheberrechte. iRights.info hat schon am Dossier “Urheberrecht” für die bpb.de gearbeitet und das jetzt erschienene Buch ist quasi die “offline”-Variante dieses Dossiers.
Die reinen Fakten sprechen auf jeden Fall schon einmal für das Buch: 385 Seiten für 2€ und alle Inhalte stehen unter einer “by-nd Creative Commons”-Lizenz.
Ich habe schon mehrere Vorträge zum Thema Urheberrechte gehalten, meistens in Gemeinden. Und beim Blättern im Buch war ich dann doch sehr beruhigt, denn meine eigenen Recherchen decken sich sehr stark mit dem, was auch im Buch beschrieben wird. So habe ich wohl nicht allzu weit daneben gelegen bisher.
Das Buch ist sehr an der Praxis-Orientiert. Erst in der zweiten Hälfte des Buches finden sich eher allgemeinere Informationen über Geschichte und Entstehung des Urheberrechts.
Nach einer kurzen Einleitung kommt gleich das Kapitel “Privat kopieren”, wo darüber informiert wird, was man im Bereich “Musik und Filme”, “Software und Spiele”, “Fernsehsendungen”, “Songs aus dem Internet”, “Online Recording”, “Tauschbörsen”, “Bootlegging” und “CDs etc kaufen und verkaufen” alles beachten muss, was man darf und was man nicht darf.
Dann wechselt die Perspektive vom Konsumenten zum Produzenten. Was darf ich als kreativer Kulturschaffender? Worauf muss ich achten? Wie sichere ich meine eigenen Rechte? etc.
Ein dritter großer Block ist “Bearbeiten”, wo es um die ganze Mix und Re-Mix Kultur geht.
Erst dann wird es etwas theoretischer. Im Kapitel “Freie Kulturen” wird das ganze System der “Creative Commons”-Lizenzen als Alternative zum “All rights reserved” Denken vorgestellt. Und dann kommt ein Kapitel zum Hintergrund des Urheberrechts etc.
Alles in Allem ist mein Fazit sehr positiv: Der Preis stimmt, die Inhalte stimmen, die Aufmachung stimmt (sehr übersichtlich, mit knappen Überschriften, die die Inhalte auf den Punkt bringen. Das Design ist leicht verspielt ohne nervig zu werden oder den Lesefluss zu stören). Ich kann das Buch nur jedem empfehlen, der irgendwie in Berührung mit dem Urheberrecht kommt … also eigentlich tatsächlich jedem. Urheberrechte berühren unseren Alltag viel mehr, als wir uns das oft bewusst machen.
Und vor allem dann, wenn wir selber aktiv kreativ werden, sollten wir die Fallstricke des Urheberrechts kennen, bevor es richtig teuer und schmerzhaft wird.
Auch Gemeinden sollten mindestens ein Exemplar des Buches im Bücherschrank stehen haben. Denn einerseits wird auch in Gemeinden immer mehr mit Medien verschiedener Art umgegangen. Andererseits sollten die Verantwortlichen der Gemeinde, gerade auch im Jugend-Bereich, ein Handbuch zur Verfügung haben, mit dem man Fragen in Bezug auf den Umgang mit Urheberrechten beantworten kann.
Und durch die “Creative Commons”-Lizenz ist es auch ganz legal möglich, ganze Kapitel aus dem Buch z.B. in einer Jugendstunde zum Thema heraus zu kopieren und an die Jugendlichen zu verteilen.
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April 21st, 2008 at 18:57
Danke für den Tipp!
Werde ich gleich bestellen!
Gby,
Dirk.