Im breiten Feld der “neuen Paulus-Perspektiven” spielt für viele Theologen das Konzept der “Identity Marker” (oder auch “boundary marker”) eine wichtige Rolle. So weit ich das richtig verstanden habe (und ich bin was die ganze NPP Sache angeht noch recht neu), dann geht es darum, dass die Juden zur Zeit von Paulus eine gewisse nationale Überheblichkeit gegenüber den anderen Nationen entwickelt haben. Man konnte am Bund Gottes nur teilhaben, wenn man zum Volk Gottes dazugehört. Und um zum Volk Gottes zu gehören, muss man gewisse Merkmale aufweisen, nämlich man muss z.b. beschnitten sein, oder die Speisegebote einhalten und den Sabbat heiligen.
Jetzt verfolge ich den US-amerikanischen Wahlkampf seit einiger Zeit und beim Lesen eines Artikels auf Spiegel.de ist mir aufgefallen, dass das Konzept der “identity marker” auch heute noch aktuell ist. Und da ich selber hoffentlich bald in den USA sein werde, muss ich ein wenig beobachten, worauf ich alles achten muss, um nicht gleich als europäischer Fremdling aufzufallen.
Folgende Merkmale muss ein guter Amerikaner erfüllen, vor allem, wenn er Präsident werden will:
1. Ein guter Amerikaner trägt die USA Flagge am Rever. Barack Obama hat sie eine Zeitlang nicht getragen und wurde dafür von Hillary Clinton angeraunzt. Jetzt trägt er sie wieder und ist damit wieder in diesem Punkt rehabilitiert. So ein Glück.
2. Ein guter Amerikaner muss Mantra-artig wiederholen, wie Stolz er auf sein Land ist. Tut er das mal nicht, oder formuliert er es auch nur ein wenig missverständlich, dann kann das ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen. Also: egal was ist, sei Stolz auf dein Land!
Gibt es noch andere “identity marker”, die man beachten sollte?
Popularity: 36% [?]


Juni 25th, 2008 at 19:39
Klar, die Hymne singen können!
Und der Satz: God bless America, nicht zu verwechseln mit:
God save the Queen.