Und weiter gehts in meiner “Leben für Leben” Serie. Nachdem es die letzten Tage aufgrund mancher Verpflichtungen für meine geliebte wissenschaftliche Akademie ruhiger geworden ist, habe ich grad ein paar Minuten Zeit, bevor ich gleich wieder ran muss, um Teile des Römerbriefes zu übersetzen.
Im letzten Beitrag bin ich auf Huxleys “Schöne neue Welt” eingegangen und habe versucht davor zu warnen, den Menschen durch Stammzellenforschung zum Gegenstand zu reduzieren:
Ich sehe mit der embryonalen Stammzellenforschung das Problem, dass der Mensch entmenschlicht wird und auf sein bloßes materielles Dasein reduziert wird, auf seine Gene und Moleküle, auf die Potentialität seiner Stammzellen etc.
In diesem Beitrag will ich in eine etwas andere Richtung gehen. Zusammen mit Isaac Asimov frage ich danach, wo die Grenzen des Mensch-Seins liegen.
Asimov beschäftigt dabei vor allem mit künstlicher Intelligenz in Form von Robotern. Zwei bekannte Filme, die auf Asimovs Romane basieren, sind “Der 200 Jahre Mann” und “I, Robot“. Und Asimov stellt darin die Frage: Wenn ein Roboter genauso denkt, aussieht und fühlt wie ein Mensch, wo hört dann das Robotersein auf und fängt das Menschsein an?
Ins Extrem treibt diese Frage die epische Neuauflage von “Battlestar Galactica”, mit den humanoiden Zylonen, die selbst bis ins zellurare und genetische Detail hinein “normalen” Menschen gleichen, selbst beim Verhalten.
Woran machen wir das spezifisch menschliche fest? Ist ein komplett künstlich hergestellter Menschen-Nachbau auch ein Mensch?
Aber es geht noch weiter: “Forscher schaffen Mischwesen aus Mensch und Kuh”. Das hört sich zunächst drastischer an, als es tatsächlich der Fall ist … vorläufig. Man denkt dabei vielleicht sofort an Minotaurus, diesen Stiermenschen der griechischen Mythologie. So weit sind wir noch nicht. Momentan geht es nicht darum, einen Kuh-Mensch-Hybriden zur Welt kommen zu lassen. Der erzeugte Hybride war zu 99,9% menschlich. Bis wir einen Menschen mit Kuhhörnern oder Hasenohren sehen werden, wird noch eine Weile vergehen.
Aber ist es ganz ausgeschlossen, dass das passieren wird? Was der Mensch tun kann, wird irgendwer auch tatsächlich tun. Sei es nur für den Ruhm.
Wir Menschen haben leider oft die Angewohnheit solche Vorstellungen als Absurd abzulehnen, bis die Realität uns einholt und wir total überrascht sind: “Damit konnte doch keiner rechnen …”
Wirklich nicht?
Hätten wir vor hundert Jahren einem Menschen versucht zu erklären, dass wir irgendwann einmal ein Schaf klonen, der hätte wahrscheinlich gar nicht verstanden, was wir überhaupt wollen.
Oder schon das Thema künstliche Befruchtung: Ein Kind ohne “natürlichen Geschlechtsverkehr” zeugen? Wie absurd!
Und doch ist das alles mittlerweile Realität. Und der Fortschritt geht weiter. Mittlerweile wurde schon der nächste Schritt in Richtung Designer-Baby getan, indem Mediziner das Erbgut eines Embryos gezielt genetisch verändert haben.
Wieviel Genmaterial darf man ändern, bevor ein Mensch aufhört Mensch zu sein? Wie gehen wir damit um, wenn irgendwann mal tatsächlich Mensch-Tier-Hybriden Realität werden sollten?
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