Das Facharbeitsgruppen-Treffen ist zwar jetzt schon zwei Tage her. Aber ich bin gestern und vorgestern nicht dazu gekommen, zum zweiten Tag noch etwas zu schreiben.
Am zweiten Tag der Konferenz gab es nur zwei Vorträge. Einmal hat Dr. Dave Anderson darüber gesprochen, was genau das Wort μετοχος in Hebr 1,9 in diesem Kontext bedeutet. Wer ist damit gemeint? Dazu hat er vor allem aus dem dispensationalistischen und Teilhaber-Hintergrund referiert, der ihm als Rahmen für seine Erklärung diente.
Das Problem bei dem Vortrag war, dass man ihn eigentlich nur richtig nachvollziehen konnte, wenn man beide erwähnte theologischen Rahmen kennt und aus ihnen heraus dann diese Stelle in sie einsortiert. Daher befürchte ich ist der Vortrag an den meisten Teilnehmern ein wenig vorbei gegangen.
Der zweite Vortrag war dann von Dr. Armin Baum, der über die “wir” und “er” Stellen in der Apg und im JohEv referiert hat und versucht hat zu erforschen, wieso der Autor diesen Stil gewählt haben könnte und ob es Parallelen dazu in der antiken Umwelt der Verfasser gibt.
Was mich an Dr. Baum fasziniert ist vor allem seine gründliche und methodisch hochwertige Herangehensweise an seine Themen. Das ist beim Buch über Pseudepigraphie so, und auch bei der Analyse der synoptischen Frage und jetzt auch wieder. Sein Ansatz ist es, immer zuerst nach Parallelen in der Umwelt des Textes zu den Phänomenen im Text zu fragen, und nicht aus unserer Zeit heraus Theorien über diese Phänomene zu erstellen. Das sollte eigentlich logisch klingen und total Trivial. Aber das ist es leider nicht. Z.B. hat er ein Buch vorgestellt, dass das Thema der Pseudepigraphie behandelt und dass dann alles Mögliche dazu schreibt, aber kein einzige antike Quelle daraufhin befragt, was denn damals über Pseudepigraphie gedacht wurde. Und das finde ich dann schon verwunderlich.
Auf jeden Fall ist Herr Baum besonders in diesen ganzen Einleitungs-Fragen einer meiner theologischen Helden und ich kann es kaum abwarten, dass er irgendwann eine Einleitung zum NT verfasst. Das Thema der pseudepigraphen Briefe, die synoptische Frage und die Bedeutung der “wir” und “er” Stellen hat er ja schon behandelt. Und so nähert er sich hoffentlich Stück für Stück dem großen Ganzen ![]()
Popularity: 21% [?]


Leave a comment