So. Die ersten zwei Referate sind vorbei auf der Afet-Tagung zum NT. Und ich muss sagen: Es lohnt sich bisher bisher auf jeden Fall. Im ersten Referat hat Klaus Haacker über “Rezeptionsgeschichte und Literarkritik” gesprochen, und aufgezeigt, wie die Einstufung manchner Paulus-Briefe als unpaulinisch stark von philosophischen Grundannahmen abhängt, die 200 Jahre alt sind und deren Vertreter von damals heute kaum mehr eine Rolle spielen bei vielen Theologen (z.B. F.C. Baur), aber deren philosophischer Rahmen noch heute die NT-Einleitung dominieren. Z.B. die Meinung, das ein echter Paulus-Brief anti-jüdisch sein muss, was auf Baurs Dialektischem Ansatz aufbaut. Haacker hat noch andere gute und richtige Beobachtungen und Ansätze geliefert. Sehr gut!
Im zweiten Block gab es zwei Seminare zur Auswahl. Ich habe mich für das Seminar “Social Identity Theory and the Datings of the Pastorals”. Das hat für mich bisher gar nicht beachtete Einblicke in die “Social Identity Theory” geliefert und dann auch noch wie man diese Theorie auf die Datierung und Auslegung der Pastoralbriefe und auch der anderen paulinischen Briefe anwenden kann. Ich kann das nicht ausführen. Aber sollte dieser Ansatz sich in der theologischen Anwendung bewähren, dann wird das einige neue Perspektiven liefern. Es wird natürlich nicht alles umwerfen und revolutionieren. So wie das bei keiner Methode der Fall ist. Aber es wird eine weitere hilfreiche Perspektive auf die NTliche Literatur bereitstellen.
Gleich geht’s weiter mit noch einem Referat, bevor es dann heute Abend einen lockeren Austausch über alles Mögliche geben wird. Schreiben werde ich heute wahrscheinlich nicht mehr. Aber Morgen dann wieder.
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