So frisch aus der Druckerpresse, dass es noch warm ist: Dr. Armin Daniel Baum, Dozent für Neues Testament bei uns an der FTA, hat ein neues Buch veröffentlicht:
“Der mündliche Faktor und seine Bedeutung für die Synoptische Frage”
Ich habe es zwar leider noch nicht in Händen gehalten. Aber da ich davon ausgehe, dass er in dem Buch verarbeitet, was er in seinen NT-Einleitungs-Vorlesungen ausgearbeitet hat, kann ich sagen, dass das sicherlich ein Buch ist, das sich lohnen wird. Inhaltlich geht Armin Baum in eine ähnliche Richtung wie z.B. Richard Bauckham in seinem Buch “Jesus and the Eyewitnesses”: Anhand der leider wohl etwas vernachlässigten Gedächtnisforschung zeigen beide, dass die Evangelisten nicht aus einem anonym vermittelten Überlieferungspool schöpfen, sondern direkt auf Augenzeugenberichte und auf eine gesicherte mündliche Überlieferung.
Armin Baum versucht vor allem zu beweisen, dass die Unterschiede zwischen den Synoptikern sich am Besten erklären lassen, wenn man davon ausgeht, dass sie auf einen gemeinsamen mündlichen Überlieferungsstrang zurückgehen, und nicht auf literarische Abhängigkeit, was die Standard-Meinung der Forschung zu diesem Thema ist. Und seine Vergleiche mit dem Mischna-Traktat “Avot de Rabbi Natan” und seine Verweise auf verschiedene Beispiele mündlicher und literarischer Überlieferung und der statistischen Befunde daraus im Vergleich mit den Synoptikern liefert interessante Erkenntnisse.
Die Vorlesung habe ich sehr genossen und ich gehe davon aus, dass aufgeschlossene und interessierte Leser und Forscher das Buch auch zu schätzen wissen werden … wenn man bereit ist, den hohen Preis zu zahlen, oder wenn man eine gut ausgerüstete theologische Bibliothek in der Nähe hat.
Sollte ich die Gelegenheit haben, es in die Hände zu bekommen, werde ich vielleicht etwas mehr dazu schreiben.
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