Tja. Das war’s: Oswald Metzger ist kein Grüner mehr. Er hat sich dazu entschlossen, aus seiner Partei auszutreten, weil er ihren Kurs nicht mehr mittragen kann. Ich würde jetzt nicht sagen, dass ich ein politischer Fan von Metzger bin. Aber ich war immer ein wenig überrascht, wenn ich ab und an von ihm gehört habe. Er hat mir Hoffnung gemacht und auch die Grünen sind mir durch ihn attraktiver erschienen.
Aber ich kann ihn gut verstehen. Und auch ich bin etwas enttäuscht von den Grünen in letzter Zeit. Früher war Grün für mich nie auch nur Ansatzweise eine politische Alternative. Das hatte sich in den letzten Jahre geändert. Das hat folgende Gründe:
1. Sie betont den Umweltschutz. Das muss man den Grünen zugute halten: Durch ihr Auftreten wurden die anderen Parteien herausgefordert, sich dieses Themas aufzunehmen. Das das Thema “Umweltschutz” in jeder Partei zum guten Ton gehört, ist das Verdienst der Grünen.
2. Waren sie in letzter Zeit (sicherlich angeführt durch Metzger und andere) eine entspannende Alternative zur staatsverliebten Sozialpolitik der SPD gewesen. Fast schon eine grüne FDP. Sie betonte die Eigenverantwortung des einzelnen Bürgers und puschte die Reformen in diese Richtung. Damit ist sie eine stark bürgerliche Partei geworden.
3. Sie legt nicht nur in wirtschaftlichen, sondern auch in Rechtsstaatlichen Fragen viel Wert auf die Freiheit der Bürger. Damit stellt sie eine alternative zur in meinen Augen seeeeeehr problematischen Politik der CDU in der Sicherheitspolitik. So sehr ich Schäuble auch mochte, langsam macht er mir immer mehr Bauchschmerzen. Leider ist die FDP in diesen Dingen auch nicht sehr konsequent. Aber ich denke, gerade in diesem Bereich hat eine Partei, die sich gegen den Sicherheits- und Datensammelwahn der CDU stellt, gute Chancen, eine breite Wählerschicht zu erreichen, die der eigenen Privatssphäre viel Wert beimisst.
Ich muss sagen, die Grünen sind in der letzten Zeit attraktiv geworden. Ich bin aber ein wenig besorgt, wie es weitergehen wird. Anstatt diese Mischung weiter zu fördern, und somit eine echte Alternative darzustellen, verliert sie sich in meinen Augen momentan ein wenig in der so populären sozialen Augenwischerei und stellt sich somit gegen die eigenen Ziele, die man früher angestrebt hatte.
Ich hoffe, dass die Grünen auf meinem politischen Radar nicht schnell wieder im Nirgendswo verschwinden, nachdem sie mir echt Hoffnung gemacht hatten.
P.S.: Was das mit Emerging Church zu tun hat? Ich denke einiges, auch wenn die Verbindung vielleicht nicht so offensichtlich ist. Aber vielleicht findet sie ja jemand von euch ![]()
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November 27th, 2007 at 19:16
Deine “P.S.-Frage” habe ich mich schon bei der Überschrift gefragt…
Bis morgen,
Hufi
November 28th, 2007 at 8:10
Labertasche. Du konntest nur nicht dem Druck widerstehen, was zu posten.
Husch an deine LGA und lass den Blog in Ruhe!
November 28th, 2007 at 8:16
Alter, ja, du hast ja Recht, hast mich erwischt. Aber ich hatte auch wohlweißlich extra geschrieben, dass ich “versuchen” werde, beim Thema EC zu bleiben
Ausserdem hat politische Verantwortung ja auch mit einem kultur-relevanten Christsein, wie es die EC leben möchte, zu tun