Ich hatte schon überlegt, ob ich schreiben soll “Mein Bekenntnis zu … Deutschland”. Das war mein erster Gedanke, denn ich stehe zu diesem Land. Ich habe Schwarz-Rot-Gold schon im Zimmer hängen gehabt, bevor man auch nur geahnt hätte, dass es so etwas wie ein Fußball-Sommermärchen gibt. Ich liebe dieses Land, trotz all seiner Schwächen, Fehler und Macken. Wer Liebe im perfekten Gegenüber sucht, der wird niemals Liebe finden.
Doch kam mir gleich die Frage nach Polen. Diese Frage stellt sich mir immer, wenn ich über mein Verhältnis zu Deutschland nachdenken. Zwei Seelen schlagen … So in der Art. Mein Leben ist untrennbar mit diesem merkwürdigen Land direkt neben Deutschland verbunden und bedenkt man die ziemlich problematische Geschichte beider Länder miteinander, dann könnte ich meine Abstammung als bösen Sarkasmus des Schicksals ansehen. Zumindest bietet das genug Stoff für griechische Tragik-Epen.
Ich könnte mich ja auch zu beidem bekennen, in einem Post zu Deutschland, in einem zweiten Post zu Polen.
Aber nein, auch das spiegelt mein Befinden nicht mehr wirklich wieder. Mein Blick geht weiter, über Polen und Deutschland hinaus zu einem Gebilde, dass vielen fremd, manchen verhasst und nur von wenigen wirklich verstanden wird: Europa.
Wenn Polen eine zickige und launische, oft schnell gekränkte Diva ist, und Deutschland das brave, unauffällige aber dennoch irgendwie unaufgeregt attraktive Mädchen von Nebenan, dann ist Europa die Frau, die mich fasziniert und man begreift nicht wieso. Kennt ihr solche Frauen? Sie reden manchmal zu viel, sind immer mal wieder peinlich und treten vielleicht ein bißchen zu oft ins Fettnäpfchen, aber dennoch sind sie irgendwie interessant und man kann es sich nicht erklären. So geht es mir mit Europa.
Fortsetung folgt …
P.s.: Nein, ich bin dem Shutdown Day nicht untreu geworden. Ich habe diesen Beitrag über da “Zeitstempel” Feature bei Wordpress schon am 22. fertig geschrieben, aber ihn über den Timer erst heute absolut automatisch durch mein Wordpress veröffentlicht, ohne auch nur in der Nähe eines PCs zu sein. Ich liebe Wordpress …
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März 26th, 2007 at 20:29
Es freut mich fast, dass hier das Wort “Bekenntnis” steht. Ich habe bei mir im Blog eine ähnliche Aktion gestartet und geschrieben “Ich bekenne mich zu Europa”, woraufhin einer meiner liberalen Leser augenzwinkernd schrieb, das klinge ja ein wenig nach einer Glaubensfrage. Eigentlich, und ich denke darüber sind wir uns einig, liegt die Wortwahl wohl eher darin das Europa auch zum großen Teil eine Herzensangelegenheit ist. Jenseits der rein politischen und ökonomischen Sichtweise.
März 26th, 2007 at 20:31
Na zum Glück bin ich nicht ganz alleine
Ja, ich denke es ist wirklich was dran, an dem, wie du das beschrieben hast.