Ich habs geschafft. Heute Nachmittag habe ich meine NT Pro Ausarbeitung abgegeben. Das ist ein gutes Gefühl. Nachdem ich die erste meiner angesetzten drei Wochen ein wenig vertrödelt habe, bin ich ein wenig in Zeitnot gekommen. Ich habe zwar alles geschafft, aber so wie bei eigentlich jeder meiner Ausarbeitungen (bis auf eine oder zwei) bleibt ein Gefühl der Unzufriedenheit zurück. Noch bis heute kurz vor Abgabe habe ich an der Übersetzung und an einzelnen Passagen der Auslegung gefeilt, mit denen ich nicht ganz zufrieden war. Und auch wenn ich denke, dass ich die grobe Linie der Gedanken in Eph 4,20-24 verstanden habe, so gibt es doch Details, wo ich nicht ganz sicher bin.
Diese Ausarbeitung hat mir gezeigt, dass ich einfach kein Exegese-Crack bin, vor allem, wenn es um Fragen der Grammatik geht. Da bin ich einfach zu unsicher. Ist πνευμα του νοος υμων dativus respectus (Geist = Sinn) oder dativus instrumentalis (Den Sinn durch den Geist)? Sind die drei Infinitive in den V.22-24 nun drei epexegetische Infinitive mit imperativer Bedeutung (dass ihr anziehen sollt …), oder doch mit resultativer Bedeutung (dass ihr angezogen habt …)? Meint er vielleicht beides? Mache ich es mir damit aber nicht zu einfach und lese zuviel in den Text hinein? Usw. So ging das die ganze Zeit. Und mir fällt es unheimlich schwer diese ganzen grammatischen Diskussionen zu verfolgen. Da bin ich manchmal schon geschwommen und habe meine Übersetzung und meine grammatischen und semantischen Schaubilder hin und her geschoben. Und da ich auf dieser Ebene unsicher bin, fällt es auch schwer, auf diesem unsicheren Fundament eindeutige Aussagen auf höherer, theologischer Ebene zu machen. Ich merke, dass ich mehr (dogmatischer) Theologe, als Exeget bin, denn ich war schon mehrmals geneigt gewesen, aufgrund theologischer Überlegungen eine grammatische Entscheidung zu treffen. Aber das eine darf nicht das andere unter sich begraben und umgekehrt. Und das ist die Herausforderung für mich: Ein exegetisch sauberer Dogmatiker zu werden
Im Zuge der verschiedenen Ausarbeitungen habe ich ja öfters mit Kommentaren zu tun. Was ich manchmal etwas Schade finde, ist, dass es in deutscher Sprache kaum gute Übersichten über einzelne Kommentare und Kommentarreihen gibt. Von D.A. Carson gibt es auf Englisch den “New Testament Commentary Survey”, den es von Longman auch für das Alte Testament gibt. Von deutscher Seite gibt es für das AT so weit ich das sehe nur Dr. Hillbrands Kommentare zum AT. Daher habe ich eine statische Seite auf meinem Blog eingerichtet, wo ich ganz subjektive Einschätzungen zu den Kommentaren gebe, mit denen ich im Laufe meines Studiums und hoffentlich auch danach in Berührung komme. Die erste Unterseite, na klar, zum Epheserbrief habe ich dort schon geschrieben. Die Kommentarfunktion für diese Seiten ist ganz bewusst angeschaltet.
So, genug für Heute. Jetzt aber Feierabend!
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