
Ich habe vor einiger Zeit schon mal kurz über die neue Postmoderne Reihe von Heinzpeter Hempelmann berichtet.
Bei uns an der “FTA-Bibliothek”:http//bib.fta.de ist das erste Buch aus der Reihe, was eigentlich der vierte Band _in_ der Reihe ist, seit einiger Zeit vorhanden und so habe ich mir “Was sind denn diese Kirchen noch … ?” im Dezember reingezogen. Leider ist das jetzt schon wieder etwas her und ich habe es grad nicht hier liegen. So kann ich nur eine kurze und grobe Kritik dazu schreiben.
Im vierten Band geht es vor allem um die Herausforderungen der Postmoderne für die Gemeinde. Dazu gibt es nocheinmal eine kurze Übersicht über die philosophische und soziologische Postmoderne, bevor Hempelmann dann auf Gefahren und Chancen der Postmoderne für die Gemeinde eingeht.
Zuersteinmal muss ich ihm ein dickes Lob aussprechen, denn er schafft die saubere Trennung von eben philosophischer und soziologischer Postmoderne, die ich anderswo leider oft vermisst habe. Die Beschreibung der PoMo ist dabei natürlich nicht ausufernd, aber die wichtigsten Personen werden dabei aufgeführt und die einflussreichsten Denkrichtungen werden vorgestellt.
Wer allerdings ganz ohne philosophisches Vorwissen an die Sache herangeht, der wird wahrscheinlich ein wenig im Regen stehen. Viele Stichworte werden nur angeführt und höchstens knapp erklärt, oft auch gar nicht. Man sollte also die Wikipedia im Browser offen haben, wenn man ein vorgestelltes Konzept nicht ganz verstanden hat, oder ein anderes (philosophisches) Nachschlagewerk.
Wer auf der anderen Seite schon ein wenig tiefer in die philosophischen Konzepte der PoMo eingestiegen ist, wie das bei mir teilweise der Fall ist, wird viel bekanntes Lesen können und kaum neues finden. Aber vielleicht sieht man manche Zusammenhänge noch einmal in einem etwas anderen Licht. Ist ja eine hochkomplexe Materie das Ganze.
Das Gesagte dürfte für den soziologischen Part genauso zutreffen, auch wenn er ein wenig leichter zu verstehen ist.
Das Buch ist halt kein amerikanisches ==”Tolle-Moderne-Postmoderne-Listen-ein-wenig-Star-Trek-und-die
-Anfangsbuchstaben-der-Kapitel-ergeben-das-Wort-Starbucks”== Buch (auch wenn diese Art zu schreiben auch ihre Berechtigung hat ;-)), sondern eine im guten Sinne gründlich-deutsche und dadurch halt auch manchmal etwas nüchterne wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema.
Der letzte große Abschnitt, die Herausforderung für die Kirche, dürfte für viele auch nicht viel neues enthalten. Aber Hempelmann geht sehr ausgewogen vor und bietet einige interessante Ansätze. Das ist alles natürlich nicht Emerging Church, schon alleine deshalb, weil er sehr prinzipiell ist und seine Ideen sich in ganz verschiedene Kirchenmodelle integrieren lassen.
*Mein Fazit*: Ich denke, dass diese Reihe sehr vielversprechend ist. Hempelmann schafft es, sich wirklich intensiv mit der Postmoderne auseinander zu setzen, was schon seine anderen Veröffentlichungen gezeigt haben. Dennoch verliert er den Praxisbezug nicht aus dem Blick. Dieser vierte Band ist sicherlich nicht revolutionär. Das will er auch nicht sein. Aber er ist eine gute Zusammenfassung und ein guter zweiter Schritt in das Thema für Leute, die sich schon ein wenig eingearbeitet haben in diese Thematik. Ich bin auf die nächsten Bände gespannt.
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Januar 21st, 2007 at 16:02
wie heißen eigentlich die anderen bände von der reihe…?
das ganze klingt bis jetzt ziemlich interessant…
gruß
daniel
Januar 21st, 2007 at 16:56
Der zweite, also erste, Band heißt: “Wir haben den Horizon weggewischt”. In der Einleitung gibt er einen Überblick über das komplette Projekt, da hat er auch den Namen der anderen Bände aufgelistet.