Damit mein Blog nicht ganz verwaist (in letzter Zeit komme ich kaum dazu gescheit zu bloggen) und da es so gutes Wetter gibt, gibt es hier mal was ganz un-intellektuelles.
Ich selber bin kein Musiker. Ich kann dir beschreiben, wie ein Klavier aussieht … und da hörts dann fast schon aus. Aber ich bin leidenschaftlicher Musik-Konsument. Auch da bin ich kein Crack, der immer auf dem Laufenden ist, aber Musik ist für mich etwas ganz besonderes.
Deshalb möchte ich ein paar Lieder vorstellen, die für mich etwas ganz besonderes sind, sei es aus melodischen oder inhaltlichen oder noch anderen Gründen.
Es ist schwer zu sagen, was einen guten Song ausmacht. Es gibt viele gute Lieder. Aber dann gibt es Lieder, die so unbeschreiblich irrsinnig sind, dass man Gänsehaut bekommt, wenn man sie hört. Die haben irgendwie das besondere etwas, ein einzigartiges Riff, geniale Sänger, mitnehmenden Beat oder was auch immer.
Mich sprechen ganz besonders Lieder an, die es schaffen, meine Gefühlswelt in Musik auszudrücken, wo die Atmosphäre des Liedes mit meiner Gefühlswelt harmoniert. Und da ich ein tief melancholischer Mensch bin, ist die Musik, die mich berührt, meistens auch sehr melancholisch und depressiv.
Das ist auch bei weitem keine vollständige Liste, eher ein ganz kleiner Einblick. Bei manchen Künstler gibt es nicht “das Lied”, da könnte ich fast alles aufzählen, was die heraus gebracht haben. Aber das geht hier nicht. Vielleicht werde ich irgendwann mal über noch mehr Lieder etwas schreiben.
P.S.: Die Reihenfolge der Lieder ist zufällig, so wie sie mir grad in den Sinn kommen
P.P.S.: Und wehe jemand lacht …
Ja, ich gestehe: Ich steh auf diesen Hippie-Kram. Nicht, was die Ideale angeht. Aber musikalisch war das ne geile Zeit gewesen. Diesen Klassiker der 60er habe ich während meiner Abi-Zeit immer wieder gehört, als ich (was bei mir öfters vorkommt) ganz sentimental wurde, weil mir bewusst wurde, dass ein prägender Zeitabschnitt meines Lebens zu Ende ging.
An diesem Lied berührt mich vor allem der Gesang, diese Mischung aus männlichen Front-Sänger und diesen fantastischen Frauen im Background. Die singen ja im Grunde nur nach, was der Front-Sänger vorsingt. Aber obwohl das Lied technisch sehr simpel ist, packt es mich doch jedesmal, wenn ich es höre.
Wo wir schon bei den 60igern sind …
Auch wieder ein technisch sehr einfaches Lied. Aber die Stimme von John Denver, die Grundstimmung des Liedes und die Geschichte, die erzählt wird, versetzt mich wirklich an diesen frühen Morgen, über den gesungen wird und lässt mich nachfühlen, was die verlassende Person im Lied durchmacht. Neben California Dreaming meine zweite private Abi-Abschieds-Hymne ![]()
Mal was ganz anderes. Grönemeyer ist einer dieser Künstler, wo ich eine Menge von Titeln nennen könnte. Er ist für mich der größte deutsche Künstler. Aber ich greife drei Lieder heraus, die für mich persönlich noch einen centimeter über die vielen anderen herausragen.
Das erste ist “Fanatisch” vom Album “Bleibt alles Anders”. Dieses Album ist für mich persönlich noch vor “Mensch” mein Lieblings-Album von Grönemeyer, weil es so experimentell ist. Und auch _Fanatisch_ ist sehr experimentell, anders, als man sich Grönemeyer vorstellt. Das Lied wird aus der Sicht eines Stalkers oder heimlichen Liebhabers erzählt, der in seiner heimlichen Sehnsucht schon dem Wahn “Guten Tag” sagt. Das drückt sich auch in der leicht psychotischen Musik aus, und vor allem in der leicht gedämmt-verzerrten Stimme, die wie durchs Schlüsselloch gesprochen klingt und damit die beklemmende Stimmung des Liedes noch untermalt.
Das zweite ist “Schmetterlinge im Eis”, auch aus “Bleibt alles anders”. Das Lied beschreibt eine scheiternde Existenz, gescheiterte Liebe (Schmetterlinge im Bauch -> Schmetterlinge im Eis), Einsamkeit. Das Lied punktet vor allem mit der musikalischen Untermalung, die raffiniert ist, aber nie verspielt. Was mich besonders anspricht, sind die “Pings” nach dem “Deine Schmetterlinge im Eis” im Refrain, wie bei einem U-Boot Echolot, die einen musikalisch in die Tiefen des Ozeans versetzen, mit seiner Dunkelheit und Einsamkeit. Und dann das lange Outro, dass ganz langsam immer leiser wird (und das sehr gut mit dem ersten Lied des Albums und dessen langem Intro korrespondiert).
Das dritte Lied ist “zum Meer” vom Album “Mensch, auch wieder ein sehr düsteres, sehr krasses Lied. Lest euch mal den Text durch. Mich saugt dieses Lied förmlich auf und regt meine Phantasie an, vor allem der Refrain. Dann seh ich einen gebrochenen Mann im Sturm vor mir, totale Trostlosigkeit. Das Lied bietet sehr viel Raum für Interpretationen.
Abba ist ja musikalisch eigentlich so eine 70er Jahre “feel good” Gruppe, quietschbunt und grell. Aber ihr letztes Album “The Visitors” ist ganz anders, als die vorhergehenden. Und es ist eigentlisch schade, dass das ihr letztes Album gewesen ist, denn noch ein oder zwei Alben im Stil von “The Visitors” wären eigentlich ein echter musikalischer Gewinn gewesen.
Das Lied ist musikalisch wie auch inhaltlich viel anspruchsvoller als viele andere Abba-Songs. Inhaltlich geht es um eine Person, die alleine zu Hause sitzt und plötzlich unerwarteten und unbekannten Besuch erhält. Vieles im Lied lässt darauf schließen, dass es sich dabei um eine Art von Untergrund handelt, der Besuch von der Polizei oder so ähnlich erhält. Abba soll mit diesem Lied an die politische Situation in der
*Video* (leider keine gute Qualität)
Die Stimme von Barry McGuire ist der totale Hammer. Alleine die verleiht diesem Lied schon einen besonderen Charme. Aber auch der Inhalt ist krass und trifft heute leider noch genauso zu, wie vor 40 Jahren
Wie gesagt, das ist nur eine kleine Auswahl an Lieder (viel weniger, als ich eigentlich wollte. Aber die Posts werden so schnell so lang ;-)), die mich sehr ansprechen. Da gäbe es sicherlich noch einen Haufen mehr an Songs, die es Wert wären, dass man über sie schreibt. Was sind Lieder, die dich bewegt haben? Und wieso?
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Mai 1st, 2007 at 23:21
bei den frommen sachen find ich grad jeremy camp mit seinem live-unplugged-album sehr cool, weil er eine sehr markante und vielseitige stimme hat…
musikalisch ist es akustik-rock mit orchester untermalt, dazu noch sehr persönliche text mit meiner meinung nach geistlichem tiefgang…
z.b. “this man”, was nochmal die besonderheit von jesu gehorsam herausstellt
http://www.youtube.com/watch?v=Df9mFYO02f4
oder auch “understand”, dass sich mit unserem versagen im glaubensleben und jesu einstellung dazu auseinandersetzt - redet einem manchmal sehr schön aus dem herzen…
http://www.youtube.com/watch?v=g7ArqLTNY_c
Mai 2nd, 2007 at 18:51
Was ich bei den Gruppen von damals echt immer wieder sehr beeindruckend finde ist, dass die ihre Musik noch wirklich selbst gemacht haben!!! Heute kann man mit der richtigen Technik den schlechtesten Gitarristen gut rüberkommen lassen. Früher musste man einfach gut spielen bzw. singen können.
Eine Band aus den 80igern die ich echt klasse finde ist Earth, Wind and Fire! Net unbedingt alle Lieder oder Texte, aber ich finde ihre Stimmen total super … ich mag es, wenn Männer auch mal richtig hoch singen können & das einfließen lassen. Was die Jungs von Earth, Wind and Fire definitive gemacht haben!
Chicago (60iger) ist auch noch ne absolut klasse Band!