Guter Artikel in der Zeit über die stärkere Emotionalisierung in den Medien. Der Verstand muss immer mehr dem Herzen weichen. Egal, ob das, was gesagt wird, Schrott ist, hauptsache das Gefühl wird angesprochen. Differenzierte Analyse interessiert nicht mehr.
Das merke ich auch in den Gemeinden. Predigten müssen immer das Herz ansprechen, da muss Gefühl dahinter sein, damit “auch die Frauen was mitnehmen können”. Man muss “angesprochen” werden, “ergriffen” sein. Das ist ja alles richtig und gut, habe ich ja nix gegen. Aber manchmal frage ich mich, ob das nicht etwas übertrieben wird. Natürlich müssen wir als Theologen und Prediger uns ein Stückweit den Menschen anpassen. Aber gehört zu unserem Job nicht auch, den Menschen zu erziehen, ihn zu formen, dass zu erkennen, was eine Fehlentwicklung sein kann oder ist in unserer Gesellschaft und das zu verändern? Wenn es beim nachten Anpassen stehen bleibt, dann ist das ein Schritt zu wenig. Wenn ich in einer Predigt mehr auf das Gefühl achten muss, auch wenn die theologische Richtigkeit darunter leidet, dann läuft was schief. Dann wirds wieder einseitig.
Ich bin ein Kopfchrist, ich lese Vorworte von Kommentaren, ich habe Probleme mit überbetonten Gefühlen, mit dem Fusswippen ist schon ein charismatisches Hochgefühl bei mir erreicht und Herz-Schmerz Andachtsbücher ziehen bei mir nicht.
Doch ich habe ständig das Gefühl, etwas falsch zu machen. Diese ganze Gefühlsmasche macht mir ein schlechtes Gewissen, weil ich das Gefühl habe, dass ich auch so denken und fühlen muss. Das eine zieht bei mir also nicht, aber das andere finde ich nicht, nämlich den Weg zu einer “rationalen Frömmigkeit”, weil das grad nicht angesagt ist, weil das keiner vormacht. Und so habe ich das Gefühl, nicht zu mir selbst zu finden … meine Güte, wie oft ich alleine in diese, Absatz das Wort “Gefühl” verwendet habe… manchmal “denke” ich, ich bin hier in der falschen Zeit gelandet …
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March 6th, 2007 at 23:18
Aaalso, mal der Reihe nach:
1. Wenn Du das ernst meinst, das Frauen lediglich emotional angesprochen werden können, würde ich Dir dringend empfehlen, Dein Frauenbild mal zu hinterfragen. Vielleicht steht das ja auch so im Zeit-Artikel, habe ihn nicht gelesen.
2. Dein Selbstbild als Theologe (bist Du doch, oder?) halte ich für, naja, frühestens mittelalterlich. Wenn Du Dich “den Menschen apassen” musst, für was für eine aus der Schöpfung herausgehobene Kreatur hältst Du Dich dann? Ich möchte wirklich keinen Pastor, der glaubt, mich “erziehen” oder “formen” zu können und sollen, und wenn mein Pastor glaubt, er hätte Gott “begriffen” und habe die absolute Deutungshoheit über Gottes Wort, dann halte ich das wiederrum für ein Anzeichen beginnenden religiösen Wahns. Sowas wird angehenden Pastoren und Pfarrern heute beigebracht? Kein Wunder, das niemand mehr in die Kirchen geht.
3. Deine intellektuelle Betonung kenne ich nur zu gut, da leide ich auch drunter. Aber denkst Du nicht auch, das Gott den Menschen mit Intellekt UND Emotion geschaffen hat? Und das es doch merkwürdig wäre, wenn Gott sich nur auf eine von beiden Arten und Weisen finden liesse?
March 6th, 2007 at 23:31
1. Vielleicht hast du ja einen leicht zynischen und spitzen Ton im Text festgestellt. Vielleicht hätte ich noch einen Warnhinweis aufpappen sollen, dass ich nicht für jeden Satz, der so dasteht, vor einer Inquisition gerade stehen würde.
Damit hängt dann 1. zusammen, dass mein Frauenbild natürlich nicht so beschränkt ist, wie ich es karikiert habe. Die Anführungszeichen hätten u.U. einen Hinweis dafür sein können. Da werde ich aber nicht viel weiter drauf verschwenden.
Und Schlussendlich
Habe ich 1. nirgendswo eine Deutungshoheit für mich in Anspruch genommen oder behauptet, Gottes Wort vollständig verstanden zu haben. Ich glaube du liest da mehr aus dem Text, als da steht. Vielleicht solltest du dir den Text auch mal unvoreingenommen durchlesen und nicht gleich durch eine pseudo-kritische Brille (zu böse? Tut mir leid … ne eigentlich nicht. Wer so schwach argumentiert kriegts zurück).
In der Tat sehe ich aber dennoch auch eine pädagogische, oder von mir aus Andragogische Aufgabe in der Gemeinde und Theologie. Die Bibel selber redet von Lehre und Lehre beinhaltet auch Veränderung und sie beinhaltet, dass jemand einen anderen lehrt. Das wiederum beinhaltet ja auch, dass jemand etwas wissen muss, was der andere nicht weiß, weil Lehre ansonsten sinnlos wäre.
Und auch Paulus spricht schon von Anpassung, den Juden eine Jude etc. Damit wäre ich sogar Antik, und antikes ist ja in der Regel wertvoll. Und da die Postmoderne sowieso eine aufgeputsche Antike ist, bin ich eigentlich wieder voll in der Zeit.
Komm zurück, wenn du’s besser gelernt hast …
March 7th, 2007 at 8:00
@Karl
>Ich bin ein Kopfchrist…
Dann können wir schon einen Verein der anonymen Kopfchristen gründen, weil ich früher dieselben Gedanken wie du hatte. Lobpreis konnte ich nichts abgewinnen und irgendwie spürten die anderen die Anwesenheit des Herrn oder des Geistes immer stärker als ich. Eine Zeitlang habe ich es versucht, aber ich bin was meinen Glauben angeht einfach unemotional und uncharismatisch. Mir persönlich hat die Kirche und die Liturgie geholfen, dass auch als normal ansehen zu können.
@Toby
>Ich möchte wirklich keinen Pastor, der glaubt, mich “erziehen” oder “formen” zu können und sollen
Ich persönlich erwarte genau das von den Pfarrern meiner Gemeinde bzw. dass sie in der Lage sind, meine eventuellen Fragen kompetent beantworten zu können und mich unter Umständen auch zurecht weisen (wobei mir letzteres nicht zwingend gefallen muss). Auch wenn sich das Amt eines Priesters von dem eines Pastors unterscheidet, ist ein Pastor meiner Meinung nach doch mehr, als jemand der in einem lustigen Kostüm das Abendmahl begleitet.
March 7th, 2007 at 9:20
Hi Kapeka,
ich sehe gerade, das der Ton meines Kommentar viel schärfer war, als beabsichtigt. Sorry dafür, ich wollte Dir eigentlich nicht ans Bein pinkeln. Aber einen zynischen Ton habe ich auch nicht sehen können…
ich habe auch nie behauptet, das DU die Deutungshoheit für Dich in Anspruch nimmst, sondern bezog das allgemein auf Pastoren, wo wir jetzt schon mal beim genauen Lesen sind…
Ich weiss nicht, was Du mit “Pseudo-kritischer Brille” meinst. Ich lese Deinen Blog gerne und finde Dich symphathisch, eine Unvorgenommenheit kann mich bei mir nicht feststellen.
Eine pädagogische Aufgabe sehe ich für Pastoren eigentlich weniger, und wenn, dann nur unter “ferner liefen. (ich weiss leider nicht, was Andragogisch heisst und finde mein Fremdwörterbuch derzeit nicht). Das ist aber etwas völlig anderes als Lehre, für die die Pastoren selbstverständlich da sind. Wenn mir jemand etwas bei bringt, “erzieht” und “formt” er mich damit nicht automatisch. Was das mit der erwähnten Anpassung zu tun hat, verstehe ich nicht, und in wie weit die Postmoderne eine “aufgeputschte Antike” sein soll, erschliesst sich mit überhaupt nicht. Magst Du’s mir erklären?
@Fono
ok, offenbar hast Du und ich eine völlig verschiedene Definition von Erziehen und Formen. Das hat m.E. nichts mit “Fragen beantworten” zu tun. Mit zurechtweisen vielleicht schon eher.
March 7th, 2007 at 13:58
Hi Toby,
vielleicht war zynisch nicht das richtige Wort. Es war schon spät gestern Abend und ich habe nix besseres gefunden. Es war zumindest nicht alles so platt gemeint, wie es da steht.
Und ich war gestern schon ganz schön genervt von deinem Kommentar, weil er in meinen Augen ganz an meinem Text vorbei argumentierte. Deshalb habe ich auch vielleicht ein wenig harscher zurückgeschrieben.
Mit “pseudo-kritisch” meine ich einen platten Kritik-Reflex, der jeden Punkt, der Anlass zu Kritik geben könnte, aufnimmt und sich daran aufhängt, obwohl ein wirklich kritisches und gründliches Lesen mit etwas nachdenken für etwas abkühlung gesorgt hätte. Es ist heute Hip, einfach alles erstmal abzufertigen, ohne wirklich darüber nachgedacht zu haben. Passiert mir manchmal auch und gegen kritisches denken habe ich nix, wenn der Verstand mitspielt, und nicht bloß das Rückenmark, wenn du verstehst, was ich meine. Ist jetzt auch allgemein gemeint, nicht dass du das gleich direkt auf dich beziehst.
Tja, und ich sehe dennoch auch einen pädagogischen Aspekt im Pastoralen. “Andragogik” ist das selbe wie pädagogik, nur für Erwachsene. “Andros” ist der erwachsene Mann, “pais” ist ja das Kind, daher Pädagogik.
Was ist denn mein Dienst als Pastor? Nur den Gottesdienst irgendwie durchleiten, die Sakramente spenden, wieviele man denn auch immer haben will, den Menschen taufen und dann beerdigen? Nein, das ginge am Thema vorbei. Natürlich “erziehe” ich als Pastor die Gemeinde nicht wie Kinder, deshalb spricht man ja eben manchmal von Andragogik, wenn man diesen Bereich im Blick hat, um Missverständnisse zu vermeiden. Dennoch ist mein Ziel als Pastor, die Menschen zu prägen, zu verändern, natürlich nicht alleine aus mir heraus, sondern immer auch und vor allem durch Gott und den Heiligen Geist. Jesus hatte Jünger gehabt, Schüler, die er drei Jahre lang gelehrt und verändert hat. Und wir sollen andere Menschen auch zu Jüngnern machen. “Mathetes” sind Schüler, Leute die von anderen lernen. Und das ist nicht bloß intellektuell gemeint, sondern auch im Charakter. Paulus hat seine Briefe geschrieben, um das Denken der Menschen zu ändern. Und verändertes Denken bewirkt verändertes Handeln. Das kann man nicht so aufsplitten, als wären das zwei paar Schuhe.
Mit “anpassen” meine ich, den Menschen vor mir zu sehen und mich zu fragen, wie kann ich das, was ich sagen will, am Besten kommunizieren. Das beginnt ganz platt bei der Sprache, wenn ich z.b. im Ausland bin, und geht dann immer weiter bis zum einzelnen Charakter und dessen Feinheiten. Ich versuche mich an die Denkstruktur dieses Menschen heranzutasten, mich eben an ihn “anzupassen”, um das, was ich sagen will, am “effizientesten” zu kommunizieren. Das hat nix mit Überheblichkeit zu tun, (hier wäre z.b. ein Rückenmark-Reflex, an dem pseudo-Kritik ansetzen kann. Man hört “anpassen” und verbindet das gleich mit Überheblichkeit, ohne darüber nachzudenken, ob das nicht auch was anderes meinen könnte, als was ich im ersten Augenblick damit verbinde), sondern ist absolute Notwendigkeit für gelingende Kommunikation.
Das mit der Postmoderne und Antike ist ein Resultat einer meiner Arbeiten zum Thema Postmoderne und Antike, die du im Downloadbereich dieses Blogs herunterladen kannst. Ich habe Antike und Postmoderne verglichen und viele Parallelen festgestellt. Deshalb ist Postmoderne für mich “aufgeputsche” Antike, oder Antike in Grün oder wie man das auch ausdrücken will.
GFS
March 7th, 2007 at 15:39
Karl, als Freund und (fast) täglicher Begleiter würde ich sagen, dass du eine ganze Menge an Gefühl hast. Du lebst sie nur anders aus. Das du nicht im Plenum rumspringst, die Arme in den Himmel streckst und bei der Polonaise nicht mitmachst, heißt ja nicht, dass du zu emotionslos bist für die heutige Zeit.
Ach ja, und das mit dem Frauenbild von Onkel Toby war ein guter Gedanke
March 7th, 2007 at 15:41
Erklären …
Wenn du mich so gut kennst, wie du behauptest, dann wüsstest du, dass das nicht mein Frauenbild ist, was ich oben gezeichnet habe …
March 7th, 2007 at 16:18
Kapeka,
danke erstmal für Deine ausführliche Antwort. Ich verstehe, was Du mit dem Kritik-Reflex meinst, aber blogs sind nun mal meistens recht kurz gehalten. Müsste man sich jeweils den gesamten Blog durchlesen, bevor man es wagt, eine Aussage zu kritisieren, würde das ganze keinen Sinn mehr. Ich habe Dein Posting halt so verstanden, wie ich es kritisiert habe. Es gibt halt immer die Gefahr, mißverstanden zu werden, aber dahinter kann man m.E. nicht immer gleich rumgepöbel vermuten.
Ich mache mir derzeit viele Gedanken, was ich eigentlich von einer Gemeinde erwarte. Ich schätze mal, meine Vorstellungen sind mit der katholoschen Lehre nicht recht kompatibel, das hätte ich vielleicht bedenken sollen, als ich meinen Kommentar geschrieben habe. Was mich derzeit sehr stört ist die Fixierung auf des Pastor, was m.E.nach auch immer viel mit Kontrolle und Macht zu tun hat. Ich würde mir wünschen, dass Kirche mehr ein Miteinander wird, als eine Alleinunterhaltevorstellung mit Frontalunterricht, wie es ja zumeist ist - bei allen Denominationen. Diese Pädagogik-Geschichte hat diese Praxis wohl für mich symbolisiert. Im Groben würde ich Dir in Deiner Jobbeschreibung sogar recht geben, Wobei ich mir den Pastor immer mehr als Manager der Gemeinde sehe, der eben Verantwortung auch mal abgeben kann, ohne das gleich ein ganzer Haufen Häretiker entsteht.
Naja, wie dem auch sein, das sprengt alles den Rahmen eines Blogs. Werde mir Denen Antike/PM-Vergleich m,al durchlesen, hört sich sehr interessant an.
March 7th, 2007 at 16:54
Ja, es stimmt, man geht immer die Gefahr ein, missverstanden zu werden. Damit muss man sich arrangieren, dass stimmt.
Und natürlich muss man nicht den gesamten Blog gelesen haben, um zu antworten, aber wenn man es dann tut, dann kann man es ja vielleicht etwas tastender tun, nachhakender. Liegt mir aber auch nicht immer, gebe ich zu.
Übrigens hoffe ich nicht, du denkst, ich sei Katholik (womit ich Fono nicht zu nahe treten möchte). Ich bin stramm protestantisch-evangelikal, nur als Hinweis, nicht um damit anzugeben, oder so.
Und zu deinen bedenken mit dem Pastor: Da stimme ich dir 100% zu. Ich habe auch ein Problem mit der Überbetonung einer Pastoral-Stelle. Im Text habe ich deshalb auch von “Prediger” gesprochen, nicht von Pastor. Damit ist jeder in der Gemeinde gemeint, der sich aktiv an der Lehre innerhalb der Gemeinde beteiligt.
GFS
P.s.: auf meinem Blog wird der Rahmen durch eine gute Diskussion fast nie gesprengt, keine Sorge. Aber es ist klar, dass man hier nicht alles ausdiskutieren kann, aber es darf auch ruhig ausführlicher werden hier
March 7th, 2007 at 17:58
Es gibt neben sarkastischen Äußerungen auch die Möglichkeit eines einfachen Scherzes.
Ich weiß ja, dass dein Frauenbild dem nicht entspricht.
March 7th, 2007 at 18:00
Ne, mit platten Witzen komme ich nicht klar. Sarkasmus, ja, damit kann ich umgehen, aber offensichtliche Witze … ne …
March 7th, 2007 at 20:27
So, ich schmeiße mein Gewicht ein bißchen in die Diskussion. Ich empfinde mich mittlerweile als Kopf- und Herzchrist. Gott hat mir gesagt, dass ich ihm mit meiner ganzen Seele und mit meinem ganzen Verstand anbeten soll - und das habe ich mittlerweile gelernt.
Die “Feminisierung”, die Karl nennt, ist deutlich eine Reaktion auf die eiskalte Moderne, die den Verstand über die Gefühle gehoben hat. Wer heute sagt, der Verstand sei objektiver, reiner und nützlicher als die Gefühle soll sich mit der Geschichte der letzten 100 Jahre beschäftigen und sich anschauen, welches Leid uns der menschliche Verstand gebracht hat. Der Verstand rief die Atomenergie ins Leben, die in der Lage ist, sowohl Energie zu spenden als auch Menschen in heiße Asche zu verwandeln. Ich bin reformiert und glaube daran, dass sowohl die Gefühle aber auch der Verstand (!!!) durch den Sündenfall schwer beeinträchtigt sind.
March 7th, 2007 at 22:42
Ohne mich hier in irgendwas reinziehen zu lassen, fand ich das Grundanliegen gut.
Ein Ausspielen Ratio gegen Emotion verstehe ich nicht (aber nur absichtlich).
Ansonsten hast du recht: Mir hat mal ein FeG-Pastor ins Gesicht gesagt, dass sich die Grundlage etwas verschoben hätte von Lehre zu psychologischer Lebenshilfe.Genauso die Sache mit den Beispielen. Hallo zum mitschreiben: EIN BEISPIEL BEWEIST GAR NICHTS! DENKE SELBER NACH!
Mein Modell: Intellektuell geprägte Schatzgräber müssen ihre Lehren so darstellen, dass sie jeder versteht und mündig bewerten kann.
Allerdings sehe ich auch schon eine “Versauung” durch die Theologie, wenn jeder Text analysiert und banalisiert und weggeredet wird bis zum Anschlag. Nimm die Bergrgpredigt oder Gleichnisse: Wenn das nicht fürs Herz und Gewissen geschrieben ist, weiß ich auch nicht mehr. Statt die dann noch groß auszulegen, ist es doch grundsätzlich (!) sinnvoller, drüber zu reden, wie man sie umsetzt (was aber nicht geschieht, weil wir nichts erleben im Alltag).
March 7th, 2007 at 23:54
@Toby
>ok, offenbar hast Du und ich eine völlig verschiedene Definition von Erziehen und Formen.
Erziehen klingt auch gleich recht streng. Insgesamt würde ich kapeka’s Definition vom Pastoren-Amt zustimmen. Und wo du von einer Überbetonung des Pastors wegmöchtest, würde ich mir in vielen katholischen Gemeinden eine neue Betonung auf den Priester wünschen. Der ist nämlich mancherorts durch Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände tatsächlich zu einem Sakramentespender auf Abruf degradiert worden.
March 18th, 2007 at 19:27
Vorsicht von wegen Femininisierung - ich bin eine Frau und trotzdem ein ausgeprägter Kopfchrist: Ich komme bei den Theologischen Reden von Gregor von Nazianz oder N.T. Wright zu meinen wirklich “erhebenden religiösen Gefühlen”
Nicht dass ich etwas gegen Emotionen hätte, auch im Gottesdienst nicht, vielen Leuten ist das sehr wichtig - ich habe auch schon die Hände gehoben und mitgeklatscht. Aber mich stört, dass oft “ganzheitlich ansprechen” in der Praxis auf “emotional ansprechen” herauskommt. Und ich fühle mich nur “ganzheitlich angesprochen”, wenn der Verstand auch zu seinem Recht kommt.