Wurde ja viel über Rundbriefe diskutiert auf verschiedenen Blogs. Das passt gerade gut. Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, gegen Ende jedes Monats mal etwas ausführlicher zu berichten. Unser Missions-Wissenschaften Lehrer Klaus W. Müller hat uns empfophlen, Rundbriefe alle zwei Monate zu verschicken, weil es sonst zu viel wird für den Leser, vor allem, wenn sie zu ausführlich sind (Nun gut, er bekommt Rundbriefe von über 200 Missionaren ;-)). Aber ich lese lieber kleinere Häppchen aber dafür öfter und ab und an dann mal ausführlichereres.
Ich bin grad noch auf einem “Rundblog-Selbstfindungstrip”. Ich habe in meinem ersten Jahr in Brake mal regelmäßig geschrieben … und regelmäßig wurden die Abstände länger zwischen den einzelnen Einträgen. Jetzt will ich wieder regelmäßig mit einem etwas ausführlicherem “Rundblog” anfangen. Ich muss aber erst noch die richtige Form, also Inhaltlich, dafür finden. Über Feedback, was ihr gerne mal von einem FTA Studenten wissen wollt
oder so, würde ich mich sehr freuen. Auch über kritischen. Da bin ich sehr offen. Wer das nicht öffentlich machen will, kann das auch über ICQ oder “eMail”:http://karl.karzelek.com/kontaktformular/. Ich kann nicht garantieren, dass ich immer reagiere … aber ich werd mir Mühe geben
Diesmal wirds etwas ausführlicher, weil ich quasi noch ein Semesterabschlussfazit (ah, ich liebe die deutsche Sprache) gebe. Das ist also so was wie ne Reflexion der letzten Monate.
Daneben gibts auch weiter kleinere Häppchen. Sowohl die Häppchen als auch den Rundblog gibts in der Kategorie “Unterwegs”, die ihr aufsuchen könnt, wenn ihr rechts in der Seitenleiste auf “Kategorie”. In der Liste dann findet ihr auch “Unterwegs” (Einen “unterwegs feed”:http://karl.karzelek.com/category/Unterwegs/feed gibt’s auch, für diejenigen, die der Rest nicht interessiert). Das habe ich zwar schon mal alles erwähnt. Aber ich habe in den letzten Woche einige neue Leser bekommen. Ausserdem war der damalige Post kein richtiger “Rundblog”.
FTA
In einer Wochen ist die Vorlesungszeit des ersten Semesters vorbei. Danach kommen sieben Wochen “vorlesungsfreie Zeit”. Für Braker hört sich das wie das Paradies an. Aber so ist es nicht. Es steht genug Arbeit in der Zeit an. Dazu später mehr.
Ich hab in diesem Semester folgende Fächer belegt:
Regulär aus dem 1. Semester: Missionswissenschaften, Theologie und Geschichte der Mission, Historische Theologie Proseminar, Griechisch I
Dann, da ich einige Fächer aus der Bibelschulzeit anerkannt bekommen habe, habe ich Fächer aus den anderen Semestern vorgezogen:
Systematische Theologie Proseminar, Ethik I, Kirchengeschichte I und Catholica
Daneben noch Theologisches Englisch.
Ich bin echt dankbar dafür, dass ich vor allem die Aufgabenintensiven Fächer wie Bibelkunde, Schriftauslegung etc. anerkannt bekommen habe (Ein Wort an die Braker: Mit der Bibelkunde und dem, was ihr in Schriftauslegung etc. gelernt habt braucht ihr euch wirklich nicht zu verstecken. Ich hab’ mal ne Stunde in Bibelkunde gesessen, als die gerade in Matthäus waren. Wo wir manchmal drei Stunden für ein Kapitel gebraucht haben, schaffen die hier 5 Kapitel in einer Stunde. Das lässt sich hier kaum anders einrichten. Aber in dieser Hinsicht steht Brake der FTA sicherlich in nichts nach). Das ist echt ein hartes Pensum, dass man hier absolvieren muss, gleich vom ersten Tag an. Dagegen war das erste Semester in Brake reines kuscheln. Ich weiß gar nicht, wie die Leute das hier hinbekommen mit der Zeit und allem … Mist, in den nächsten Semestern werde ich das wohl schon herausfinden müssen. Dann hab’ ich meinen “Brake Vorsprung” aufgefressen
Das wahrscheinlich härteste Fach am Anfang ist Griechisch. Vor allem, weil man fast nie mal “Luft holen” kann. Vier Tage die Woche Unterricht und fast jeden Tag eine neue Lektion, daneben tausend Deklinations- und Konjugationstabellen und hunderte Vokabeln, die alle zwar in die Birne sollen, aber nicht immer so recht wollen. Und je kleiner die Vokabel, desto leichter fällt sie wieder raus… Aber es ist schon erstaunlich. Ich hatte latein von der 7. bis zur 11. und ich kann jetzt, nach ein paar Monaten Griechisch, schon wahrscheinlich mehr, als ich jemals Latein konnte… wobei ich heute bedauer, dass ich Latein so vernachlässigt hatte. Nächste Woche Freitag ist ein Semester-Abschluss Test in Griechisch. Da wird sich dann zeigen, wie ich in Griechisch stehe. In der Vorlesungsfreien Zeit darf ich dann Joh 2 übersetzen. Aber es ist schon interessant, wenn man das Neue Testament in Griechisch aufschlägt und, je nach Text und Autor entweder ganz gut klar kommt, oder in Partizipien und AcIs “ertrinkt” und kein Land mehr sieht. (man merkt wirklich die Unterschiede im Stil der Autoren. Johannes ist wirklich ganz einfaches Griechisch. Nicht Gossensprache oder so, wie manche das behaupten. Aber einfache Sätze, ein einfacher Stil.)
Ansonsten hatte ich viele reine Vorlesungsfächer, wo man höchstens ein paar Seiten lesen musste. In Missionswissenschaften habe ich gestern meine letzte Aufgabe abgegeben, jetzt bleiben noch die beiden großen Seminararbeiten in HT und ST. In HT werde ich Marcion behandeln, den “Erzketzer”, wie manche ihn nennen. Und in ST werde ich das Thema “doppelte Prädestination” behandeln, in der Auseinandersetzung mit Calvins Verständnis dieser Lehre, also ob Gott Menschen sowohl zum Heil aus auch zur Verdammnis erwählt. Ein kniffliges Thema, bei dem ich selber noch nicht so genau weiß, welche Position ich da einnehme. Und wegen dieses beiden Ausarbeitungen und der Übersetzungsaufgabe ist “Vorlesungsfreie Zeit” nicht einfach “Urlaub”.
Zur FTA lässt sich ansonsten noch sagen, dass ich jetzt, wie schon berichtet, im Israel Institut arbeite. Das ist ein normaler Hilfsjob. Papiere sortieren, routine Aufgaben erledigen etc, damit Herr Schwarz, der Institutsleiter und mein Chef, den Kopf frei hat für all die anderen Dinge, die er zu tun hat (er ist nämlich dazu noch ST Fachbereichsleiter). Bisher gehts ganz gut. Aber ich hab bisher erst zwei Wochen gearbeitet. Aber ich hoffe, dass das so weiter gehen wird.
WG, FEG und ETC
Ich kann Gott gar nicht genug danken, dass ich hier in diese WG gekommen bin. Ich schreibe das dauernd. Aber das ist halt Fakt. Das Zimmer ist super (…unordentlich :mrgreen:), zur Bibliothek 3 Minuten (30 Bücher auf der Ausleihliste. Wieviele waren es bei dir durchschnittlich, Danny? ;-)). Und die Leute hier sind Super. Das muss ich auch mal schreiben. Das ist ne schräge Mischung hier: Ein Schweitzer, ein Schweizer der kein Schweizer ist (und der der Sohn des leitenden Übersetzers der “Neuen Genfer Übersetzung”:http://ngü.info/ ist … und griechisch scheinbar vererbt bekam ;-)), zwei Deutsche, ein Russlanddeutscher … und ich. Das einzige Problem ist, dass ich hier von Arminianern und Amillenialisten umgeben bin … Das gilt prinzipiell fast für die ganze FTA. Naja, aber jeder hat so seine Fehler ![]()
Am Freitag waren wir zusammen im “Waldgeist Hofheim”:http://www.waldgeist-hofheim.de/. Wer in der Nähe Frankfurts wohnt, der sollte dort mal vorbeischauen. Da gibts die besten Schnitzel in ganz Hessen (und dazu noch die größten ;-)). Das war echt ein super Abend.
Ansonsten fange ich langsam an, mich am “Feierabend”:http://www.feierabend-giessen.de, dem GoDi für Junge Erwachsene der FEG hier in Giessen zu beteiligen. Noch nicht viel, aber ein wenig im technischen Bereich. Aber ich denke das ist was, wo ich mir vorstellen könnte, zu arbeiten. Es ist ein ganz cooles Konzept und hat wirklich Flair.
Was gibt es sonst noch zu sagen. Ich muss in meinem geistlichen Leben etwas aufpassen. In Brake war das etwas einfacher. Man hatte dort zumindest eine fest eingeplante Zeit, in der man Stille Zeit machen konnte, Zeit mit Gott verbringen konnte. Natürlich ist Stille Zeit als “Technik” kein Garant für geistliches Wachstum, aber sie ist eine Hilfe, oder kann es sein. Hier fällt mir das schwerer. Ich muss jetzt lernen, mir Zeit mit Gott im Tagesablauf einzuplanen, so komisch das klingt. Sonst gerät das zu schnell unter die Räder. Das ist so ne Sache, die ich wirklich noch lernen muss. Es ist wirklich ne ganz andere Sache, wenn man sich den Tagesablauf fast komplett selber erstellen muss. Das glaubt man kaum, wenn es bei einem selbst noch nicht so weit ist.
Ein wenig spielt in diese Sache auch die Gemeinde mit rein. Die FEG hier ist mit über 600 Leuten ein ganz anderes Kaliber, als ich bisher gewohnt war. Ich muss mich hier erst zurecht finden und mich auch an das Kleingruppensystem gewöhnen, sprich eine finden und sie wirklich als wichtigen Faktor im Gemeindeleben sehen. Bisher habe ich Gemeinden besucht, die selber nur eine Art “Kleingruppe” waren. Da knabber ich noch etwas dran. Das ist sicher eine gute und wichtige Erfahrung.
Mir ist heute im Gottestdienst, zum Abschluss des “Gemeinsamen Wohnens” der Jugend, eine Sache bewusst geworden:
Ich bin mit 19 Jahren nach Brake gekommen. Da war ich noch ein Jugendlicher, war auch brav in die Jugendstunde gegangen etc. In Brake war es dann irgendwie, als hätte man die Pausetaste gedrückt. Vor allem, weil ich in der Gemeinde dort auch in der Jugend mitgearbeitet habe. Jetzt komme ich hier an die FTA und bin 22. Darauf bilde ich mir nix ein. Aber ich bin ganz offensichtlich kein Jugendlicher mehr (auch wenn manche Jugend von 12-30 definieren). Auch da bilde ich mir nix mehr ein. Aber es ist vor allem auch für das Hineinfinden in eine Gemeinde ein großer Unterschied, ob das über die Jugend geschieht oder nicht (na gut, je nach “Junge Erwachsene” arbeit [gibts da nicht ne bessere Bezeichnung für?]). Ich war es bisher gewohnt Anschluss zu finden über die Jugend. Da geht man regelmäßig hin, meist einmal in der Woche, und trifft ne Menge Leute. Das klappt, selbst wenn man, so wie ich, nicht so der “Hier bin ich, tata” Typ ist. Aber jetzt muss ich lernen, in einer Gemeinde Anschluss zu finden, ohne diese “Krücke”. Und ich will nicht einfach wieder Jugendarbeit machen. Das muss ich mal so lernen. Ist nicht so einfach. Gehört aber dazu, wenn man Älter wird.
Noch ein paar Gebetsanliegen am Schluss, wie sich das für einen Anständigen “Rundblog” gehört
- Die beiden Seminararbeiten sind mir wichtig. HT noch wichtiger als ST, weil ich ST notfalls im nächsten Jahr wiederholen kann. Aber wenn ich ST schaffe, habe ich im nächsten Jahr wieder etwas mehr Luft, und ohne die Seminarbeit in den Ferien auch mehr Zeit für ein Praktikum.
- Griechisch (Dauerbrenner. Erwähne ich nur der Formhalber ;-))
- Gemeinde: Das ist einen guten Anschluss finde und das ich meinen Platz dort finde
- Gott: Die Beziehung zu ihm. Das ist das auf eine stabile Grundlage bekomme
Dank für:
- Die FTA: Das es so so eine gute evangelikale Akademie in Deutschland geben darf
- Die WG: Das ich mit so coolen Typen zusammen wohnen darf
- Der Job: Das ich einen Hilfsjob habe, der mir hilft, mein Budget aufzustocken
- Meinen Jahrgang: Auch wenn ich nur die Hälfte der Zeit mit ihm verbringe und ich die Leute somit noch nicht so gut kenne, freue ich mir darüber, mit diesen Leuten zusammen zu studieren.
Ich will mich bei jedem Bedanken, der für mich betet!
GFS
Karl
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Februar 6th, 2006 at 10:34
hey karl,
… kannste dich noch erinnern wo wir um brake gelaufen sind… *raeusper* …
ja cool das es dir da gut geht. Und das du jetzt das erste Semester erstmal geschafft hast. und ja jugend muss sein.
Wuensche dir auf jeden Fall Gottes Segen. Und ich bete auch fuer dich.
schoennen gruss
Micha.
p.s. hast du das extra gemacht? beim kommentar schreiben sieht man gar nicht die kaestchen… :$
Februar 6th, 2006 at 10:37
:lol:, ja, das habe ich extra gemacht. Das ist die erste Hürde fürs Kommentarschreiben. Wer das packt, wird auch einen vernünftigen kommentar zusammen bekommen.
Ne, ich finde, das sieht einfach besser aus, als wenn das durch die vielen Felder so zerklüftet ist.