So, mal wieder was für die Rubrik “Poesie”. Diesmal ein Gedicht von “Kurt Tucholsky”:http://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Tucholsky aus dem Jahr 1922.
Rückkehr zur Natur
Man darf schon wieder die Stiefel vor die Türe stellen -
Sie werden nicht geklaut.
Man darf auch ruhig nach der Butter schellen
zu seiner Schale Haut.
Man kann sich auch zum Trinkgeld schon bequemen.
Nur wenig Kellner schießen, wenn sie’s nehmen.
Das ist Glück.
Wir kehren langsam zur Natur zurück.
Man darf schon wieder den Artikel schreiben
vor manches Substantiv.
Man braucht es nicht mehr so geballt zu treiben
und krumm und schief.
Man muß auch nicht mehr langen nach Tagoren,
den haben wir beim Werfelspiel verloren …
Das ist ein Glück.
Wir kehren langsam zur Natur zurück.
Man darf schon wieder feste kommandieren,
wenn man Beamter ist.
Der Untertan darf stramm stehen und parieren,
weil er ein Deutscher ist.
Die neue Republik ist uns kein Jocus,
und die Verfassung hängt auf jedem Locus.
Wir haben noch die alten Bureaukraten,
die alten Richter und die Traditions-Soldaten …
Das ist kein Glück.
Wir kehren still zur Monarchie zurück.
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