
“Polski Tango, ein schöner Polski Tango”, sagte ich zu ihm.
“Nein”, erwiderte er, “es heißt Polskie Tango. Tango ist ein Neutrum.” Es war hoffnungslos. Ich wurde verstanden, aber ein jeder wusste sogleich, dass ich aus Deutschland kam. Dort war ich oftmals “der Pole”, trotz eines deutschen Passes, in Polen würde ich fortan “der Deutsche” sein.
Dieses Buch will ich mir unbedingt holen: “Polski Tango: Eine Reise durch Deutschland und Polen” von Adam Soboczynski. Der Autor hat einen ähnlichen Hintergrund wie ich: Er ist in Polen geboren und als Kind nach Deutschland gekommen. Hier ist er groß geworden, hat Germanistik studiert und ist jetzt bei der Zeit tätig. In dem Buch beschreibt er, wie er seine alte Heimat neu kennen lernt.
Nach dem Zitat und nach der Rezension beim Deutschlandfunk zu urteilen macht er dabei ähnliche Erfahrungen wie ich sie selber erfahren und erlebt habe. Das zeigt mir, dass ich mit einigen meiner Beobachtungen nicht ganz daneben liege.
Polen ist die große unbekannte im Osten. Polen ist für viele Deutsche so etwas wie der Sitznachbar im überfüllten Bus: Man weiß, dass er da ist, man hört ihn, man spürt ihn, man rempelt sich gegenseitig an. Aber außer ein paar Blicken aus dem Augenwinkel will man nicht einmal so richtig sehen, wer da neben einem im europäischen Bus sitzt. Und das ist schade.
Vielleicht wäre es auch für Deutsche mal ganz interessant zu sehen, wie diese manchmal recht zickige Diva im Osten wirklich tickt.
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Oktober 19th, 2006 at 11:13
Ein grossartiges Buch! Habe es von meiner Frau zum Geburtstag bekommen und auf dem Flug, mit easyjet
nach Krakau gelesen. (Soboczynski flog auch mit easyjet nach Krakau als er die Polenreise begann)
Auch ich kam anfang der 80er als Kind nach Deutschland, und kann bei den Geschichten nur häftig mit dem Kopf nichken und JAAAA GENAU!!! rufen. Sehr unterhaltsam und witzig.
KAUFEN!!!! LESEN!!!! ABER FLOTT!!!!
Grüße
Peter