Im Fach “Missionswissenschaft” bei Dr. “Klaus W. Müller”:http://www.fta.de/fta2/dozent.php?p=88 hatten wir die Aufgabe, eine dreiseitige Reflexion zu einem Thema unserer Wahl mit Bezug zu Mission zu schreiben.
Da ich schon seit einiger Zeit einen kleinen Schaden in Richtung Begriffsdefinitionen habe und gerade darin eines der größeren Probleme unserer Zeit sehe (jeder definiert Begriffe wie er will und baut sich entweder Elfenbeintürme, die er verteidigt, oder Strohpuppen, die er niederwirft. Und im Gespräch reden alle aneinander vorbei … etwas überspitzt gesagt), habe ich eine Reflexion zum Begriff “Mission” geschrieben. Ich habe versucht, aus der Bibel heraus die Bedeutungsspanne dieses “Konzeptes” herauszuarbeiten. Und ich denke, dass Mission zu oft zu einseitig verstanden wird. Das habe ich auch während der Vorstellung einzelner aus dem Jahrgang im Fach MissWiss gemerkt. Wir sollten dort nämlich auch angeben, wie wir uns die Zukunft mit Blick auf Mission nach der FTA vorstellen. Und viele haben dann gesagt, sie denken nicht, dass Gott sie in die Mission berufen hat, sondern mehr in den Gemeindedienst. Ich hatte so meine Probleme damit, da für mich die Mission eines Christen mit der Bekehrung beginnt und sich dann nur die Frage stellt _wie_ und _wo_ ich “Missionar” für Gott bin. Und nach meiner Ausarbeitung fühle ich mich in der Meinung bestärkt. Da sich aber jede Meinung der Falsifikation und Kritik stellen muss, damit sie nicht einfach nur ein Gedankenkonstrukt ist, bin ich offen für Kritik und Anregungen zu dem Thema. Denn es geht mir nicht darum, dass ich nur in meiner Meinung bestätigt werde, sondern das ich wirklich eine stabile Definition habe.
Da an der FTA für die Veröffentlichung von Ausarbeitungen die Erlaubnis des Dozenten nötig ist, möche ich mich bei Dr. Müller herzlich dafür bedanken, dass er mir die Erlaubnis gegeben hat, meine Reflexion in Internet zu stellen.
“Eine Reflexion über den Begriff _Mission_”:http://karl.karzelek.com/wp-content/uploads/2006/04/Reflexion.pdf
Gemäß meiner persönlichen Selbstverpflichtung steht auch diese Ausarbeitung unter einer Lizenz, die zumindest das freie Kopieren ermöglicht, genauer unter einer “Creative Commons by-nc-nd Lizenz”:http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/de/
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April 7th, 2006 at 13:00
Hi Karl,
danke für diesen Beitrag. Ich bin zwar eher der Typ, der diesen Begriff am liebsten nur für mich und meinen Weg unter die unerreichten Volksgruppen gepachtet hätte, aber was soll ich gegen deine Ausführung sagen.
Ich finde die Haltung, die Paulus in Röm 15 zum Ausdruck bringt, das ist für mich in Verbindung von Mt 28 der Inbegriff von Mission.
Naja, die Diskussion wird wohl nie aufhören. 6900 Völker warten auf das Evangelium. Wann wird die Mission sie erreichen?
April 7th, 2006 at 13:21
keith green hat über das thema mal gepredigt, nachdem er mit YWAM (bin mir nicht sicher, aber ich glaub es war YWAM) auf weltreise war.
http://www.keithgreen.com/nations/whyyoushouldgo.html
sehr provozierende, vielleicht etwas einseitige sicht von mission. und natürlich aus sicht der usa, wo es auch noch etwas anders aussieht als in deutschland. aber man kann mal drüber nachdenken.
es gibt den vortrag auch als mp3 (5min), vielleicht gibts den irgendwo im netz.
April 7th, 2006 at 13:58
Gute Gedanken Karl! Für mich wurde das während der Bibelschulzeit ziemlich wichtig. Als Christen können wir nicht sagen, wir brauchen eine extra Berufung zum Missionar sein. Jeder wiedergeborene Christ ist Missionar. Ganz einfach. Wer glaubt ist Missionar. Der eine macht es vollzeitlich, der andere teilzeitlich, der andere ehrenamtlich. Aber der biblische Auftrag lautet. DU BIST MISSIONAR!
Wie sonst will man mir bitte Apg 1,8 erklären. Apg 1,8 fängt mit der Haustür-Mission an und hört bei der Unerreichten-Völkern-Mission auf. Jetzt gilt es noch dieses Verständnis in die Gemeinden hineinzutragen.
April 7th, 2006 at 14:30
Grats! Guter Post! Gute Reflexion
April 7th, 2006 at 15:54
@ Jürgen: Ich denke nicht, dass der eine vollzeitig, ein andere teilzeit und wieder andere ehrenamtlich Missionar ist! Wenn wir, die zu Jesus gehören, alle Missionare sind, dann müsste das eigendlich bedeuten, dass wir alle 100%ig - also vollzeitig - Missionare sind. Alles was auf teilzeit oder so hinausläuft, müsste dann mit Ungehorsam Gottes Wort gegenüber zusammen hängen …
@ Karl: hab deine Ausarbeitung leider noch nicht gelesen, werde das aber auf jeden Fall noch tun. Freu mich schon darauf … ich mag deinen Stil!
April 8th, 2006 at 10:20
@claudi: Bezogen auf die Finanzen natürlich. Christ = Missionar. Egal in welcher Lebenssituation
April 8th, 2006 at 11:14
Hi Karl
Danke für den Post. Bin gerade betreffend meiner Diss. daran verschiedene Missionsbegriffe zu untersuchen. Seit Newbigin und Bosch ist wenigstens im englischsprachigen Raum unter Missiologen weitgehend ein Konsens entstanden, der Mission als “Mission Dei” versteht (Begründung der Mission durch Gottes missionarisches Handeln in der Trintität selber, Gott Vater sendet den Sohn…) und darum wird die bei uns oft noch vorherrschende Unterscheidung zwischen Gemeindebau und Mission als westlich-kolonialistisches Denken abgelehnt. Gerade der Begriff “Missional church” macht deutlich, dass jede Gemeinde sich als “Gesandte” Gottes in die Welt verstehen soll, Gemeinde ist Mission oder sie ist keine Gemeinde, sagt Bosch scharf. Und dies gilt, ob in Essen, in Tokyo, Müllheim oder Westtibet. Aber meines Erachtens hat die deutschsprachige Missionstheologie diese Gedanken noch wenig aufgegriffen!
April 11th, 2006 at 18:39
Hi Karl,
super Ausarbeitung. Ich wäre dafür dass man diesen Gedanken in irgendeiner Form als Pflichtlektüre für Bibelschüler (gleich zu Beginn der Schulzeit) und für Gemeindeneuaufnahmen macht. Hier in USA hat ein Missionar bei einer Konferenz genau darauf die Betonung gesetzt. Du BIST Missionar! Egal, wo du bist, oder was dein genauer Dienst ist.
Kann man die Arbeit an der FTA irgendwie an eine Pinnwand hängen?
April 12th, 2006 at 10:16
nach so vielen posts musste ich mir die arbeit auch mal antun. also ich finde sie auch super geschieben.
persönlich setzte ich christ nicht gleich mit missionar. das wird auch in der bibel nie getan. ich sage aber auch nicht, dass mission nur im ausland geschieht. mit meinem 10ten unterstütze ich z.b. nur mission in deutschland, weil sie es am schwersten haben an spenden zu kommen, denn das wird von vielen nicht als mission gesehen.
mission ist weit wehr als geografische grenzen zu überschreiten. aber christ = missionar ist auch nicht richtig. ich halte mich da an george w. peters: “wenn alles mission ist, ist nichts mehr mission!”