Nachdem zwei Leute um eine nähere Erklärung gebeten haben, wie ich Griechisch ins Latex bekommen habe, schreib ich hier ein kurzes Tutorial (Und dabei bin ich gerade auf den letzten Seiten des letzten Bandes der Narnia Chronik…).
Also, es gibt prinzipiell zwei Möglichkeiten, Griechisch in Latex zu schreiben. Die eine Möglichkeit ist, beim Packet “Babel” die Variable “polutonikogreek” anzugeben. Dann kann man mit der Variable _\textgreek{}_ innerhalb der Klammern Text mit einer speziellen Umschrift schreiben, wie das z.B. auch bei der bwgrkl Schriftart aus Bibleworks möglich ist.
Es gibt im Internet eine Liste mit den ganzen Zeichen, aber momentan habe ich die Adresse nicht mehr im Kopf. Ein wenig googlen nach polutonikogreek und latex etc. sollte da sicherlich was zu Tage fördern. Die Umschrift ist aber nicht mit der aus Bibleworks oder anderen ähnlichen kompatibel. Das ist eben halt nicht Unicode und deshalb passt das nicht. Man kann also Griechischen Text nicht einfach aus Bibleworks oder anderen nicht-unicode Texten heraus in Latex hinein kopieren. Wenn man das täte, bekäme man wahrscheinlich nur den Text in Ascii Zeichen, also mit lateinischen Buchstaben.
In den Latex Kopf gehören direkt nach der Eingangszeile mit _Documentclass_ folgende Zeilen:
\usepackage[utf8]{inputenc}
\usepackage[polutonikogreek,ngerman]{babel}
Damit setzt man die Umgebungsvariabe auf Unicode (was z.B. ermöglicht deutsche Umlaute ohne spezielle Umschrift zu schreiben. Dadurch ist aber der griechische Text selber noch nicht Unicode. Das ist erst bei der zweiten Variante der Fall). Die zweite Zeile setzt die verwendeten Sprachen im “Babel” Paket. _polutinkogreek_ ist einfach das klassische Griechisch mit den verschiedenen Akzenten und Hauchzeichen. _ngerman_ steht für “new-german” und meint die neue deutsche Rechtschreibung, Silbentrennung etc. nach der Rechtschreibreform. Wer will kann auch nur _german_ verwenden (so weit ich weiß).
Nach _\begin{document}_ muss dann \selectlanguage{polutonikogreek} \latintext folgen. Das erscheint vielleicht komisch, weil zuerst die Sprachumgebung komplett auf griechisch gesetzt wird um dann sofort wieder lateinische Buchstaben einzuschalten. Aber so wie ich das verstanden habe ist das notwendig und es funktioniert damit auch. Solange nix anderes angegeben wird, wird in normalen lateinischen Buchstaben geschrieben. Wer dann etwas griechisches einfügen will, der muss dann, wie oben erwähnt, die Variable _\textgreek{}_ setzen und dann kann er in den Klammern den griechischen Text angeben.
Ein Beispieldokument habe ich unten als gezipptes Tex-Dokument angehängt.
Nachteil an dieser Variante ist, dass man sich die griechisch Umschrift merken muss und immer in dieser schreiben muss.
Die andere Möglichkeit ist über Unicode. Dafür muss man ersteinmal wissen, was Unicode ist und wie man es in seinem System verwenden kann. Das will ich hier nicht erklären. Ich verweise an dieser Stelle an “Stefan Lücking”, der in dieser Hinsicht viel gutes Material zusammengetragen hat, sowohl für windows als auch für Linux, als auch für Mac.
Wer also Unicode am Start hat, der packt dann folgende Zeilen unter die Zeile mit _Documentclass_:
\usepackage[utf8x]{inputenc}
\usepackage{ucs}
\usepackage[polutonikogreek, ngerman]{babel}
Dadurch schaltet er Unicode ein, wie oben schon erwähnt. Weiterhin schaltet er _UCS_ ein (die zweite Zeile), was auch mit Unicode zu tun hat. (Dafür muss man das UCS Packet installiert haben. Ich habe keinen blassen Schimmer, wie das mit Latex unter Windows oder Mac aussieht. Da hab ich nie was zu tun gehabt mit. Sollte aber bei den gängigsten Latex Distributionen entweder dabei sein oder irgendwo erklärt werden. Unter Linux ist es meistens mitgeliefert [Bei Suse, Debian etc.])
Im Textteil selber muss man nix mehr einstellen, ausser das weiterhin gilt, dass man den griechischen Text mit _\textgreek{}_ einschließt. Innerhalb der Klammern schreibt man dann aber nicht mehr in Umschrift sondern mit Hilfe des Tastaturumschalters, wie z.B. Keyman, direkt Griechisch.
Auch dafür habe ich eine Beispieldatei angehängt.
Hebräisch ist etwas komplizierter. Da muss man das Hebtex Packet verwenden. Mit Unicode habe ich Hebräisch noch nicht probiert. Leider hat Suse das Packet scheinbar nicht mehr dabei, so dass ich es nicht auf die schnelle testen kann. Aber zum Glück haben sich andere die Mühe gemacht, zu erklären, wie man mit Arabtex klarkommt. Die Datei _Arabdoc.pdf_, die in der dort angegeben Zip Datei ist, habe ich auch verwendet und es ist wirklich eine sehr gute Anleitung für Arabtex. Hebtex ist eine Teilmenge von Arabtex, dort findet man also auch alles, was man für hebräisch und latex braucht.
Ich hoffe, dass ich hiermit ein wenig helfen konnte. Wer Fragen hat, darf gerne … Google befragen ![]()
Ne, wer Fragen hat, darf gerne einen Kommentar hinterlassen. Ich werd versuchen zu beantworten, was ich beantworten kann. Aber ich garantiere für nix. Tante Gu ist trotzdem immer eine gute Hilfe
Anhang
Griechisch mit Umschrift in Latex Test Datei
Griechisch Unicode in Latex Test Datei
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Januar 14th, 2006 at 20:53
Vielen Dank,
ich hab jetzt erst mal gebraucht um zu merken, daß Du ein Tutorial gemacht hast (der Link ist ziemlich klein geschrieben), aber jetzt hab ich’s ja gefunden, aber noch nicht ausprobiert. Jedenfalls danke für die Mühe. Ich werd das jetzt auch mal probieren, hab gemerkt polytonisches Griechisch gibt’s auch am Mac, und Hebräischkurs kommt eh erst im August…
Mach’s gut und Gottes Segen
De Benny
August 27th, 2006 at 13:41
Hallo!
Ich habe das Tutorial gelesen. Zwei Dinge fallen mir noch auf, die vielleicht nützlich wären.
1. Es wäre schön, wenn man noch eine Tastaturbelegungstabelle hier verlinken könnte
2. Zum Hebräisch: Das Einfachste dürfte wohl das Paket cjhebrew sein. Hebräische Texte schreibt man dann so:
Im Header: \usepackage{cjhebrew}
Im Text: \cjRL{hebr. Text; von links nach rechts schreiben, wird von rechts nach links gesetzt}
Das Paket hat ein hervorragendes Manual, knapp aber genau das drin was man braucht.
Einen schönen Sonntag
David