Ich war gestern und vorgestern für zwei Tage zu Besuch in der Bibelschule Brake, in der ich vor einem Jahr absolviert habe. Das letzte mal war ich vor etwa einem Jahr dort gewesen, kurz nach meiner Absolvierung. Dieses Wochenende war die diesjährige Absolvierungskonferenz, mit dem Höhepunkt am Sonntag Nachmittag mit der Überreichung der Zeugnisse.
Es war irgendwie schon ein merkwürdiges Gefühl wieder dort zu sein und zu sehen, wie diese 40 Schüler absolvierten und dann zwei Stunden auf der Wiese standen und hundertfach die Hand geschüttelt bekamen. Ich selber habe noch die Bilder vor Augen, wie ich da stand, von DK das Zeugnis bekam und später Leuten die Hand geschüttelt habe, die ich z.T. nie gesehen hatte … neben anderen natürlich, die ich gut kannte.
Am Montag war dann das Ehemaligen-Treffen, bei dem ich das erste Mal als Ehemaliger anwesend war, und nicht nur als Technik-fuzzi, der die Aufnahmen und die Technik überwacht. Das Thema war “Burn-Out”. Das war wirklich interessant … vor allem, weil durch die Fragebögen, die am Ende dazu verteilt wurden, herauskam, dass ich hochgradig Burn-Out gefährdet bin. Keine Ahnung, was ich davon halten soll, aber wenn 100% der Bögen (2 von 2) mir bescheinigen, dass ich kurz vorm abfackeln bin, dann sollte ich zumindest mal ein wenig darüber nachdenken.
Auf dem Ehemaligen-Treffen hat auch der Schulleiter eine kurze Rede gehalten … seine letzte auf dem ET. Das war irgendwie schon bewegend. Doyle Klaassen hat die Schule über Jahrzehnte geprägt. Das jetzt los zu lassen ist sicherlich nicht einfach und so manche Einrichtung ist schon daran Zugrunde gegangen, weil der, der es aufgebaut hat, am Ende nicht wusste, wann es Zeit ist, los zu lassen. Da bin ich aber bei Brake sehr zuversichtlich. So wie der Übergang bisher abläuft und ablaufen wird, scheint es ein flüssiger Übergang zu werden. Und wie DK damit umgeht imponiert mir wirklich. Es fällt ihm nicht leicht, aber er krallt sich nicht daran fest.
Am Montag hatte ich auch ein kurzes aber gutes Gespräch mit dem Studienleiter über mein geplantes Praktikum in Brake. Es ist schön zu sehen, dass die ganzen Lehrer wirklich dahinter stehen und dass als interessantes Projekt sehen. Ich werde der erste Praktikant dieser Art sein, also als Lehrer-Praktikum, und deshalb ist das auch für die Schule ein Experiment. Mir wurde auch schon vieles angeboten, was ich vielleicht machen werde. Mein alter Klassenlehrer, Joachim Klotz, hat mir z.b. angeboten, einige Themen aus dem Markus-Evangelium zu unterrichten … eigentlich hat er mir gesagt, ich könnte den ganzen Brief unterrichten (das hat mir etwas zu denken gegeben, vor allem nachdem ich mich an den Markus-Unterricht zurückerinnert habe …). Und dann schweben noch ein paar andere interessante Projekte in der Luft. Das klingt auf jeden Fall vielversprechend. Ich bin gespannt wie das wird.
Neben den Terminen und Veranstaltungen habe ich dann auch alte Klassenkameraden und Freunde wieder gesehen, was auch sehr gut war. Wenn man sich so ein Jahr nicht gesehen hat und dann wieder zusammen dasitzt und sich einfach wieder versteht, dann ist das wirklich großartig. Ich habe da erst gemerkt, wie sehr mir manche der Leute fehlen. Es ist auch schön zu sehen, wie es bei manchen Kollegen weiter gegangen ist. Einer ist gerade dabei, sich auf den Einsatz in einem islamischen Land vorzubereiten. Und das wird kein Zuckerschlecken, dass kann auch böse enden. Das sind Helden für mich, die ich bewundere. Das meine ich ganz ernst.
Ich habe jetzt ein Jahr FTA hinter mir. Das heißt, dass ich beide Schulen ein wenig miteinander vergleichen kann. Und da schneidet die Bibelschule gar nicht schlecht ab. Sicherlich, in vielen Punkten ist die FTA eindeutig im Vorteil, vor allem im exegetischen Bereich wird man hier, so wie ich das überblicken kann, wirklich ordentlich ausgebildet. Man bekommt die Handwerkszeuge in die Hand, um sich den Bibeltext vom Urtext ausgehend wirklich weiträumig zu erschliessen.
Aber auch an der FTA ist nicht alles Gold was glänzt. In vielen Bereichen muss sich ein Braker nicht hinter einem FTAler verstecken.
Die Ausbildung in Brake hat mir ein sehr solides Fundament ermöglicht, auf dem ich sehr stabil stehen kann und für das ich wirklich dankbar bin. Auch in Brake war sicherlich nicht immer alles toll, manches auch ziemlich blöd, aber ich bereue es keine Minute lang, dass ich drei Jahre dort sein durfte und unglaublich viel mitnehmen durfte (und das sage ich nicht nur, weil ich dort Praktikum machen werde ;-)).
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September 27th, 2006 at 0:30
du warst auch da…
leider haben wir uns verpasst, die “alten” technik-fuzzis.
kannst du eigentlich so einen burnout-formular auf die reise zu mir schicken? ich glaube sowas sollte ich auch mal ausfüllen!
September 27th, 2006 at 1:11
Ja, ich war auch da. Ich hab dich auch mal kurz vorbeiflitzen sehen.
Wenn ich wieder in Giessen bin scan ich dir mal eins ein, wenn ich dran denke. Die gibts aber auch im Internet. Einfach mal “Tante Gu”:http://www.google.de anfragen
September 27th, 2006 at 16:29
Zu den Fragebögen: Hmm, dann lag ich wohl mit meiner Vermutung bzgl. leeren Tanks nicht mal so daneben. Ich sag nur: Auffüllen!!
Oktober 2nd, 2006 at 11:05
“geplantes Praktikum in Brake”
Das sehe ich sehr kritisch.
Von einem Gewächshaus in das andere.
Gruß
Peter