Der Homo Fundametaliensis Postmoderniensis gehört zur größeren Kategorie des Homo Fundamentaliensis, zu der u.a. auch der Homo Fundamentaliensis Politicus, der Homo Fundamentaliensis Philosopicus, der Homo Fundamentaliensis Scienticus und der Homo Fundamentaliensis Fundamentaliensis gehören, sowie einige weitere Untergruppen, die noch nicht erfasst wurden. Vom Homo Fundamentaliensis Fundamentaliensis ist bei manchen Personen im christlichen Kontext, häufig auch bei Angehörigen der Spezies Homo Fundametaliensis Postmoderniensis, die Rede, wenn allgemein vom “Fundamentalisten” gesprochen wird. Und manchmal wird so getan, als gehöre nur der Homo Fundametaliensis Fundametaliensis zur Kategorie des Homo Fundamentaliensis. Häufig grenzt sich der Homo Fundametaliensis Postmoderniensis auch explizit vom Homo Fundametaliensis Postmoderniensis ab. Aber das sind im Grunde nur Inner-Artliche Grabenkämpfe mit gleichen Mitteln unter anderen Vorzeichen.
Da der Homo Fundamentaliensis Fundamentaliensis für viele Christen das Urbild eines Homo Fundamentaliensis darstellt, soll der Homo Fundametaliensis Postmoderniensis im Vergleich zu ihm vorgestellt werden, damit Ähnlichkeiten und Unterschiede deutlicher werden.
Der Homo Fundametaliensis Postmoderniensis ist, wie sein Name schon deutlich macht, eng mit dem Phänomen der “Postmoderne” verbunden. Häufig ist dabei zu beobachten, dass alles, was ihm gut gefällt mit dem Zusatz “Postmoderne” in verschiedenen Formen verbunden wird: “In der Postmoderne …” “Postmodern ist …” etc. Auf der anderen Seite wird alles, was ihm nicht zusagt, mit der sog. “Moderne” in Verbindung gebracht: “Das ist Modern” “In der Moderne…” etc. Die Differenzierung, was nun wirklich “Postmodern” oder “Modern” ist interessiert ihn dabei nicht, denn ein solcher differenzierter Diskurs ist “Modern”. Hier sehen wir also einen für den Homo Fundametaliensis typischen Zirkelschluss, der von ihm selber aber nicht erkannt und wahrgenommen wird.
Der Bezug zur “Postmoderne” ist aber nicht immer zwangsläufig offensichtlich, nicht alles Gute wird also mit dem “Postmoderne” Etikett versehen. Das ist manchmal viel subtiler. Dann lässt sich der Homo Fundamentaliensis Postmoderniensis aber an seinem Umgang mit anderen Meinungen erkennen.
Dem Homo Fundamentaliensis Fundamentaliensis wird häufig vorgeworfen, er habe eine Meinung und er sei nicht bereit, diese Meinung selber oder durch andere hinterfragen zu lassen. Dem Homo Fundamentaliensis Postmoderniensis kann man das so nicht vorwerfen, denn er hat keine Meinung, aber die vertritt er sehr nachdrücklich.
Im Dialog mit dem Homo Fundamentaliensis Postmoderniensis lässt sich dabei folgendes feststellen:
Wenn der Homo Fundamentaliensis Postmoderniensis sich zu einem Thema äußert und wenn man dann versucht seine Gedanken zu hinterfragen, dann kommen folgende Erwiderungen, in verschiedener Reihenfolge und nicht immer alle Gleichzeitig, aber meistens zumindest eine Kombination daraus:
1 Der Homo Fundamentaliensis Postmoderniensis stimmt dir in deinen Ausführungen zu. Du hast zumindest in Teilen Recht, egal was du sagst (”Natürlich, du hast Recht, aber …”)
2 Wenn er dir in deinen Ausführungen nicht zustimmt, dann liegt dass aber daran, dass du ihn nicht wirklich verstanden hast. Das was du kritisierst hat er gar nicht gesagt, oder sagen wollen, auch wenn du seine eigenen Worte verwendest. (”… so habe ich das auch gar nicht gemeint/das steht so nicht da…”)
3 Du bist “Modern” oder ein “Reaktionär”. Und damit bist du als Gesprächspartner diskreditiert. (”… das sind moderne Denkschema …” “… das ist eine reaktionäre Haltung …”)
4 Oft wird auch hinterfragt, mit welchem Recht du ihn kritisierst. Jeder hat seine Meinung und niemand hat das Recht, die Meinung des anderen zu kritisieren. (” … was gibt dir das Recht mich zu hinterfragen? … / … Wieso solltest du das besser wissen, als ich? Das ist typisch moderne Hybris …”)
Im Gespräch mit dem Homo Fundamentaliensis Postmoderniensis hat man manchmal das Gefühlt, als greife man ständig nach dem Wind: man kriegt ihn nicht zu fassen. Mit Kritik kann er nichts anfangen. Kritik ist “Modern”. Gäbe es keine Kritik auf der Welt, dann gäbe es keine Umweltzerstörung und keine Kriege. Jeder würde in seiner kleinen eigenen Welt leben, völlig ungestört.
Wenn es im Gespräch hart auf hart kommt spielt er einfach die “Modern” oder “Reaktionär” Karte und entzieht sich damit deiner Kritik. Oft wird auch die “Fundamentalisten” Karte ausgespielt, wobei man dann in die Ecke des Homo Fundamentaliensis Fundamentaliensis verwiesen wird. Das zeugt dann von der Unkenntnis seiner selbst, denn gerade in dem er sich auf diese scheinbar progressive und humane Art der Kritik entzieht und sich nicht hinterfragen lässt, gleicht er dem Homo Fundamentaliensis Fundamentaliensis und macht seine Zugehörigkeit zur Familie des Homo Fundamentaliensis mehr als offensichtlich deutlich.
Erschwert wird das Gespräch mit dem Homo Fundamentaliensis Postmoderniensis auch noch dadurch, dass er nicht viel von verbindlichen Definitionen hält: “Ich verstehe darunter …”. Meist legt er seine eigene Definition gar nicht offen, so dass er sich immer zurückziehen kann, mit dem oben erwähnten Argument, dass er das so gar nicht gemeint habe. Wie er es meint sagt er aber auch nicht und von einer Begründung für seine Definitionen hält er erst Recht nicht viel. Denn das wäre ja wieder, natürlich, “Modern”.
Es ließe sich noch mehr über diese neue Spezies sagen. Aber vieles über den Homo Fundamentaliensis Postmoderniensis ist auch noch unerforscht, und vieles, selbst das, was gesagt wurde, müsste noch exakter formuliert und empirisch belegt werden.
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April 9th, 2006 at 15:11
Yep, ich könnte dir auch ein oder zwei Blogs besuchen, die genau das machen, was du beschreibst. Es ist wirklich echt zum Haare-ausreißen.
Danke für den Post.
Ciao
Danny
April 10th, 2006 at 11:57
LOL
guter Post!
Wundert mich eigentlich, dass hier noch keiner aus der Spezies protestiert hat -
- aber das wäre wohl viel zu modern