Diesmal keins von meinen Gedichten, sondern eines von Friedrich Martin Bodenstedt aus dem Jahre 1862 (Man merkts auch gleich am Niveau ;-)). Leider bleibt das Thema bis Heute aktuell.
*Völkerhaß*
Durch Zäune trennt man Heerden auf der Weide,
Nach Grenzen, die durch Herrschermacht sich ändern,
Nach Ursprung, Sitten, Sprachen und Gewändern
Zieht man der Menschheit bunte Völkerscheide.
Doch Gott will nicht, daß Volk und Volk sich meide:
Das Meer bis zu des Erdballs fernsten Rändern
Wogt als Vermittler zwischen allen Ländern,
Es trennt zwei Welten und verinigt beide.
Allein der Vorurtheile tiefe Kluft
Trennt Volk von Volk. Wie Gras auf beiden Seiten
wuchert die Thorheit, die das Fremde meidet.
Doch hohe Bäume ragen durch die Luft,
Die Zweig’ und Krone sich entgegenbreiten
Die Kluft nicht achtend, die die Wurzeln scheidet.
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