Meine Bekehrung liegt einige Jahre zurück, nämlich im Sommer 1999. Ich könnte jetzt nicht sagen, dass mein Weg mit Jesus erst an diesem Tag begonnen hat, als ich vor meinem Bett auf die Knie gegangen bin und Jesus gesagt habe, er soll der Herr in meinem Leben sein. Die Reise mit Jesus hat schon viele Jahre vor meiner Geburt begonnen, eigentlich schon vor Urzeiten, als er mit seiner Hand einen Stift ergriff und meinen Namen ins Buch des Lebens schrieb. Und wenn ich so in mein Leben zurückblicke, dann sehe ich, wie Jesus immer wieder da war und Dinge in die richtige Richtung gelenkt hat.
Aber es gibt bestimmte Wegmarken, an denen der Weg wie das Licht, das an Sonnen vorbeikommt, “gebrochen” wird. Und so eine Wegmarke war auf jeden Fall der Sommer 1999.
Seitdem merke ich, wie Gott mich in eine bestimmte Richtung zieht. Zuerst ganz langsam, aber es wird immer konkreter. Ein weiterer Meilenstein war der Beginn meiner Bibelschulausbildung. Man kann geteilter Meinung sein über Bibelschulen, ich war anfangs auch nicht so begeistert und wollte eigentlich nur ein Jahr bleiben, weil ich sonst keine Ahnung hatte, was ich tun soll. Aber wenn ich mit anderen über die Schulzeit spreche, dann sage ich immer, dass das wie bei einem schwarzen Loch ist: Wenn du dich zu nah dran wagst, dann wirst du hineingezogen. Ich wollte ursprünglich Chirurg, Anwalt, Politiker oder Journalist werden. Ungefähr in dieser Reihenfolge. Aber keiner der Berufe hat mich gezogen, bei keinem habe ich gedacht: So, das ist es!
Aber hier auf der Schule, da habe ich gemerkt, dass das genau das ist, was ich machen will. Meine Mutter wird wohl Recht behalten, wenn sie immer behauptet: Mit deiner Klappe wirst du Anwalt oder Prediger
In den drei Jahren konkretisierte sich langsam, was ich mal machen möchte, wenn Gott das genauso sieht (wobei bisher nichts dagegen spricht). Zuerst habe ich angefangen, meine Gaben zu entdecken. Ich will nicht behaupten, dass ich da 100% Sicherheit habe. Aber wenn man in Gesprächen mit anderen zu 90-95% das selbe hört, dann ist das auf jeden Fall ein starkes Indiz. Ich sehe meine Gaben mehr im lehrmäßigen Bereich. Das ist das, was mir schon seit längerem vorschwebt und was sich auch mit den Erfahrungen anderer deckt, wenn sie mit mir zu tun haben. Das war ein wichtiger Schritt, den ich hier an der Schule machen durfte.
Eine weitere Entwicklung, die ich durchgemacht habe, ist meine Neuorientierung auf mein Geburtsland Polen. Ich war jahrelang strikt gegen Polen eingestellt. Ich bin von dort “geflohen”, als noch die bösen Kommis da waren. Wieso sollte ich da wieder zurückgehen? Das wäre doch ein Rückschritt. Und so habe ich mir gesagt, dass ich nie wieder nach Polen gehen werde. Ich war sogar drauf und dran, die polnische Sprache ganz zu vergessen … Ich hab’ mein zweites Praktikum in Polen gemacht. So viel dazu. Heute wäre es mein Wunsch, nach Polen zu gehen, weil ich die geistliche Armut dort sehe. Ich hab’ auch logisch darüber nachgedacht: Ich bin als Angehöriger der deutschen Minderheit in Polen geboren. 1988 sind wir als Familie nach Deutschland gekommen. Hier habe ich eine gute Schulausbildung genießen dürfen und ich bin in relativ guten Lebensverhältnissen aufgewachsen. Der Staat zahlt meine theologische Ausbildung, an der Bibelschule und an der FTA(Freie theologische Akademie Gießen). Ich habe die doppelte Staatsbürgeschaft, die ich jederzeit wieder reaktivieren kann. Ich kann immer noch ganz vernünftig polnisch reden. Zumindest habe ich die Grundlagen, auf denen ich aufbauen kann, im Gegensatz zu anderen, die alles von neuem lernen müssen. Wieso sollte ich das nicht nutzen?
Und so sieht mein Zukunfsperspektive momentan so aus, dass ich mich an der “FTA”:http://www.fta.de vier Jahre weiterbilden werde, wahrscheinlich mit Schwerpunkt Kirchengeschichte. Vielleicht schaffe ich es auch, einen Doktor zu machen. Ich bin nicht Titelgeil, im Gegenteil. Aber es gibt leider viele andere, die auf so etwas schauen. Und wenn ich die Möglichkeit habe, wieso sollte ich sie dann nicht in Anspruch nehmen? Was nach der FTA kommt, dass weiß ich noch nicht. Vielleicht ergibt sich die Möglichkeit, als Bibelschullehrer nach Polen zu gehen. Vielleicht gehe ich als Gemeindegründer. Mein Ziel ist es aber, theologische Weiterbildung in die Gemeinden hineinzutragen. Von welcher Seite aus, das wird sich zeigen. Mal schauen, was mein Praktikum bei “BAO”:http://www.bao.at ergibt. Ich könnte mir vorstellen, so etwas auch in Polen aufzubauen. Aber das ist alles noch sehr spekulativ. Mal sehen, welchen Weg Jesus für mich vorgesehen hat.
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Mai 5th, 2005 at 14:30
Viel Spass auf deiner Reise…