Das sind so die drei Dinge, die mich in letzter Zeit beschäftigt haben.
Vor allem den zweiten Punkt muss ich hier noch etwas erklären, damit da keine Missverständnisse aufkommen
Aber das Problem war, wie gesagt, dass es nur auf OpenOffice beschränkt war. Der Programmierer von Thessalonika hat zwar auch einen eigenständigen Unicode Keymanager geschrieben, aber der war zu unpraktisch, um ihn dauerhaft zu verwenden. Es fehlte einfach die Polytonik Unterstützung nativ in XKB (dem keyboard-tool unter Linux) … bis jetzt. Oder eher, bis vor einiger Zeit. Im Laufe der letzten zwei Jahre muss irgendwann die fehlende Unterstützung eingebaut worden sein, ohne das ich es bemerkt hatte. Erst vor ein paar Tagen hat mich das Thema wieder beschäftigt und ich hab gestaunt wie ein Elch, als ich auf einer Homepage sah, dass XKB Polytonik unterstützt. Nach einigem probieren hats dann auch geklappt. Jetzt habe ich endlich Systemweite Unterstützung für Unicode mit klassischem Griechisch.
Das hört sich sicherlich nicht so prickelnd an, wie es tatsächlich ist. Wer das nicht benötigt, der wird nur mit den Achseln zucken. Kann ich verstehen. Und nur wer sich etwas in der Materie auskennt, weiß, wieviel Arbeit und Stress das einem abnimmt und welche Möglichkeiten sich da auftun. Ich kann jetzt in jedem Programm, von OpenOffice über Mindmapping Tools bis zum Chat klassisches Griechisch einsetzen, ohne das ich jedes mal erst umständlich die Schriftart wechseln muss und sichergehen muss, dass die Leute, mit denen ich die Datein event. austausche, auch dieselbe Schriftart verwenden.
Und was das für eine eventl. spätere Dissertation oder andere Arbeiten bedeutet, kann ich seit einiger Zeit bei einem Dozenten beobachten, der eine Doktorarbeit noch mit dem alten Schriftartensystem schreibt.
Unicode ist zwar auch erst noch am Anfang und es gibt nur wenige Schriftarten, die wirklich zufriedenstellend sind. Aber Unicode gehört auf jeden Fall die Zukunft. Ist einmal ein Text in Unicode erstellt, dann wird er von jeder Schriftart, die Unicode unterstützt, richtig dargestellt (das ist etwas vereinfacht gesagt, weil, wie gesagt, noch nicht alle Schriftarten Unterstützung für alle Sprachen enthalten). Aber es ist qualitativ auf einem ganz anderen Level als die alte Lösung, auch wenn es mir vielleicht nicht gut gelingt, dass zu vermitteln.
Jetzt Latex.
Und heute ist mir die Verbindung von Unicode und Latex geglückt. Früher musste man für griechische Texte ähnlich pfuschen wie bei Word oder OpenOffice. Aber mit Unicode ist auch das vorbei. Griechische Texte gebe ich damit jetzt genauso ein, wie in den anderen Programmen auch, was die Bedienbarkeit unwahrscheinlich erhöht.
Und die Theologie? Nun, ich hoffe, das Unicode und Latex mir gute Handwerkzeuge für die Theologie sein werden. Ich hatte schon während der Bibelschulzeit vor, meine Ausarbeitungen in Latex zu schreiben. Damals hat das nicht geklappt, weil ich zu wenig Ahnung davon hatte. Ich denke aber, dass ich jetzt langsam genug darüber weiß. Ich will zeigen, dass die Gleichung “Theologe = Computerdepp” nicht immer gilt, auch wenn sie leider zu oft zutrifft. Und mit Unicode wird es mir zum Beispiel auch möglich sein, griechische Texte auf diesem Blog zu schreiben, für eventuelle Exegesen o.ä.
Griechisch beschäftigt mich nicht nur wegen Unicode. Das Griechisch-Pensum an der FTA hat es echt in sich. Und bei manchen Texten, die ich übersetzen sollte, da wollte ich schon alles hinschmeißen, weil ich das Gefühl hatte, dass ich das nie begreifen werden. Vorgestern war ganz schlimm. Da hatten wir dann Reflexiv- und Possesiv- und Demonstrativpronomen, und kurz vorher relativ- und Personalpronomen, viele kleine Pronomen, die einem echt den Verstand rauben. Vor allem, weil manche Personalpronomen auch possesivpronomen sein können und was weiß ich nicht alles. Der Herr Siebenthal macht das aber schon ganz gut. Und wenn man das dann im Unterricht gemeinsam durchnimmt, dann dämmert es einem und man hat die Hoffnung, es vielleicht doch mal begreifen und lernen zu können. Wer Griechisch für sich lernen will, der kann sich auf nächstes oder übernächstes Jahr freuen, wenn dann hoffentlich der “Wittstock-von-Siebenthal” veröffentlicht wird, das Lernbuch, dass unser Lehrer mitentwickelt hat. Zusammen mit dem “Griechischen Lehrgang zum Neuen Testament” von Reto Schoch hat man zwei gute Lernbücher. die einem wirklich weiterhelfen können.
Und selbst Vokabelnlernen geht momentan, wobei ich einfach das Glück habe, das ich die allerhäufigsten Vokabeln, die war jetzt am Anfang gelernt haben, auch schon in der Bibelschule gelernt habe. Und die sind Hängengeblieben.
Am Wochenende will ich mich an meine Ausarbeitung im Fach “Catolica” dran machen. Ich soll auf zwei bis drei Seiten den gegenwärtigen Stand katholischer Theologie zum Thema “Unfehlbarkeit der Schrift” zusammen fassen. Dabei werde ich auch die Freude haben, mich mit dem Kommentar unseres gegenwärtigen Papstes zur Dogmatischen Konstitution “Dei Verbum” zu beschäftigen, als er noch Kardinal war.
Ansonsten gibt es nicht viel zu sagen. Ich hab’ jetzt einen Job … als Babysitter
Bei meinem ältesten Bruder, der hier in der Nähe wohnt. Ich passe einmal in der Woche auf meine kleine, drei Monate Alte Nichte auf. Das war bisher ganz ok. Aber es ist schon komisch, so einen kleinen Menschen auf den Arm zu haben, der total auf dich angewiesen ist und nix selber kann. Die Verantwortung, die man hat, ist wirklich groß. Und wenn man dann daran denkt, dass sie in ein paar Jahren herumspringen und laufen und alles mögliche tun wird. Das Leben ist schon interessant. Mal sehen, wie sich die kleine Entwickelt.
So, ich hab euch genug vollgequasselt für heute Abend. Nachdem ich, keine Ahnung wieso, fast ein Viertel meines Textes verloren hatte und neuschreiben musste, sitze ich länger hier als geplant. Morgen hab’ ich eine Audienz beim Papst, da muss ich Fit sein ![]()
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Dezember 20th, 2005 at 8:49
Hallo,
das hört sich doch mal interessant an. Ich will schon seit längerem meinem Computer beibringen, Griechisch und Hebräisch zu können. Auch mit LaTeX. Jetzt hab ich aber noch nicht so ganz den Durchblick, und neben Griechisch und Bibelkunde auch nicht so viel Zeit, mich da intensiv einzulesen. Über Weihnachten hab ich aber etwas Zeit, da wäre es nett, wenn Du mir ein paar Tips schicken könntest, wie ich das mit Unicode einrichte und wie das mit den Tastaturbelegungen geht (sind die Sysemweit oder hängt das von KDE etc ab?). Ich hab mal Softwaresystemtechnik studiert, brauch also wirklich nur den Einstieg, Fachchinesisch kann ich verstehen
Nur wenn`s nicht zu viel Arbeit macht, vielen Dank trotzdem schon mal und Frohes Fest
De Benny
Januar 5th, 2006 at 22:49
Hi Karl! Schönes Blog!
Ich studiere auch Theologie, jedoch in Göttingen und benutze seit kurzer Zeit LaTeX. Leider ist mir bislang noch überhaupt nicht klar, wie ich griechische und hebräische Textsätze in LaTeX einbaue!
Könntest Du das vielleicht mal ganz grundlegend erklären?
Ich benutze MikTeX und als Editor TeXnic-Center. Mich würden zwei Sachen interessieren,
a) wie ich selbst in LaTeX hebräisch oder griechisch schreibe und
b) ob es möglich ist, Text bspw. aus Bible-Works in LaTeX zu kopieren. Da kann man ja manchmal ganze Textpassagen gut gebrauchen.
Ok, ich freue mich schon jetzt auf Dein Tutorial und habe Deine Seite zu meinen Favoriten hinzugefügt, ich schaue dann in wenigen Tagen wieder vorbvei und würde mich über Antwort freuen!
Danke im Voraus für die Hilfe!
Gruß
Die Studentin aus Göttingen
Januar 9th, 2006 at 14:15
Und ich dachte immer ich sei der einzige Theologe, der tatsächlich LaTeX benutzt… Kleine Ergänzung noch für alle, die sich die Mühe nicht - oder nicht immer - machen wollen: Es gibt die Schriftarten für griechisch und hebräisch bei Bibelworks zum Download, sowohl für Mac als auch für Win.
Gruß, Steffen
März 29th, 2008 at 15:41
Es wäre jetzt an der Zeit, die Leser erfahren zu lassen, ob du alles geschafft hast, was du wolltest…
Es ist in meinen Augen einfach, Griechisch und Hebräisch zu schreiben, aber wie ist es mit dem sauberen Zitieren etc.?
Schieß los!
Mai 7th, 2008 at 9:51
Moin,
Keyman macht seine Arbeit recht gut, ist aber auch nicht auf das deutsche Tastaturlayout optimiert. Ich bin immer noch auf der Suche nach einer komfortablen Lösung zum Tippen von Altgriechischem. Magst du mir Deine angepasste Version von Thessalonica zumailen? Mir ist das Modifizieren der Tastaturlayouts bisher nicht gelungen und der Autor schweigt sich leider aus…
Ciao
phoibos
Mai 7th, 2008 at 10:03
Hi, Sorry, aber die habe ich nicht mehr. Nach nem PC-Crash ist die weg und ich benötige sie auch nicht mehr.