Ich bin eigentlich so ein richtiger Dorfpupser. Als Kind habe ich eine Zeit in Dortmund gewohnt. Sonst aber habe ich meistens in Dörfern oder Kleinstädten gewohnt. Und ich mag die Ruhe in diesen Gegenden auch sehr. Ich weiß nicht, ob ich dauerhaft im Zentrum einer großen Stadt wohnen könnte. Das Ideal wäre ein ruhiger Vorort einer großen Stadt mit guter Anbindung.
Aber ich schweife ab. Ich war vor einigen Jahren das erste Mal in Berlin, auf einer Klassenfahrt (Ich hab mich in diese Stadt verliebt) und da sind wir dauernd U-Bahn gefahren. Anders kommt man da nicht gescheit durch die Stadt. Mir hat die U-Bahn schon damals gut gefallen. Die hat irgendwie ihren Charme. Die Züge, die im Minutentempo hin und her fahren. Wir haben damals richtig U-Bahn gesurft.
Jetzt bin ich hier in Wien und Wien hat auch ein gescheites U-Bahn Netz. Ich muss hier zum BAO Büro immer mit der U-Bahn fahren. Am ersten Abend nach der Arbeit saß ich so in der U-Bahn, kurz nach der Rush-hour. Es hatte sich schon etwas beruhigt. Aber es waren immer noch viele Leute da, die von der Arbeit heim fuhren.
Ich fand das interessant, so das zu sitzen und die Leute zu beobachten. Sie steigen ein und betreten den Mikrokosmos des Waggons. Einen Augenblick die Ruhe genießen, die Gedanken schweifen lassen und dann wieder raus ins Getümmel. Manche schauen apathisch rein, andere melancholisch, andere erregt oder fröhlich. Jede Person bildet einen eigenen Mikrokosmos. Dutzende kleine Welten begegnen einem und verschwinden dann wieder im Nirvana.
Das hat mich irgendwo ins Grübeln gebracht. Auf jeden Fall ist die U-Bahn ein interessanter Ort.
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