Oh man. Das ist echt ein hartes Stück arbeit. Ich habe in den letzten Tagen die Einführung in die Postmoderne etwas erweitert und einige Abschnitte aus der Geschichte übernommen.
Heute hab ich den ersten Unterpunkt des Vergleichs fertig bekommen. Zum Glück hat MK mir genehmigt, notfalls mehr schreiben zu dürfen als 20 Seiten. Das werd ich wohl auch müssen. Am Anfang saß ich da und hab bei mir gedacht, ob ich es überhaupt schaffe, mehr als drei Seiten für den ganzen Vergleich zu schreiben … jetzt hab ich mehr als drei Seiten für den ersten Unterpunkt. So läuft das immer. Einigen von euch wird es sicherlich auch so gehen
Ich bin nur mit dem Schluss noch nicht ganz zufrieden. Vielleicht werde ich den noch etwas überarbeiten um genauer zu zeigen, inwieweit wir aus dem NT neu lernen können, für unsere Zeit den Glauben neu aktuell zu machen. Aber vielleicht mach ich die Arbeit erst fertig und pack das dann erst in einer generellen Überarbeitung an.
h3. Vergleich: Generelle Religiösität
Rund um den Weltjugendtag 2005 in Köln ist in diesem Jahr eine Debatte in den Medien entflammt, inwieweit der Glaube oder die Religion in unserer Gesellschaft wieder eine Rolle spielt. Die Zeit titelt ein Essay „Wiederkehr der Religion“.[1] Das Fazit des Essayisten lautet dabei aber, das nicht die Religion wiederkehrt, sondern höchstens die Religiösität, die Sehnsucht nach dem Spirituellen.[2] Das deckt sich mit dem, was der Trendforscher Matthias Horx in seinem „Trendbuch 2“ zu diesem Thema geschrieben hat. Schon die Kapitelüberschrift „Glauben light“ lässt auf den Inhalt schließen. Im Einleitungstext wird dann das Ergebnis der Analyse kompakt zusmmengefasst: „Wie die Gläubigen aus den Kirchen ausziehen und wie sich unsere Gesellschaft langsam, aber sicher spiritualisiert“.[3]
Im Zuge der Aufklärung wurde Glaube als etwas überholtes angesehen. Die Religion hatte ihren guten Zweck, aber der jetzt autarke und vernunftgetriebene, aufgeklärte Mensch benötigt sie nicht mehr.[4] So die Devise. Die Religion wird in der modernen Gesellschaft also zurückgedrängt werden und höchstens noch im privaten Biotop überleben.[5] Dieser Prozess wird „Säkularisierung“ genannt.[6] Die Säkularisierung hat dabei in den westlichen Demokratien unterschiedliche Ausmaße angenommen. In Frankreich z.B. ist die Säkularisierung sehr weit fortgeschritten und findet ihren Ausdruck in einer strengen Form des „Laizismus“. Damit ist die strikte Trennung von Staat und Kirche gemeint. Religion wird aus dem öffentlichen Lebens verbannt und ins Private verwiesen.[7] Anders die Situation in den USA. Dort gibt es zwar de jura auch eine strikte Trennung von Staat und Kirche, aber de Facto ist Religion dort viel präsenter.[8] Andere Staaten, darunter auch Deutschland, liegen irgendwo dazwischen.
Grob umrissen stellt sich die Situation heute folgendermaßen dar: Die klassischen christlichen Institutionen, also Kirchen und Gemeinden, verlieren an Einfluss.[9] In vielen Ländern ist der christliche Glaube zwar nicht vollständig aus dem öffentlichen Raum verdrängt worden, aber seine Präsenz wird immer mehr reduziert auf kirchliche „Dienstleistungen“, wie kirchliche Trauungen oder Beerdigungen; oder aber auf mediale Großereignisse wie Kirchentage oder jetzt aktuell der Weltjugendtag. Immer weniger Menschen zählen sich zu einer religösen Gruppe und selbst die, die sich zu einer religösen Gruppe zugehörig zählen, leben ihren Glauben im Rahmen dieser Religionsgruppe aus.[10] Dennoch ist ein latentes Interesse an Religiösität, Spiritualität und Esoterik vorhanden.[11] Das Horoskop gehört zum Alltag wie die Wettervorhersage.[12] Seit einigen Jahren boomen Mystery-Serien oder Filme wie „Akte X“ etc. Fernöstliche Religionen wie der Buddhismus gewinnen immer mehr Anhänger in Europa.[13] Dabei werden auch diese Religionen nicht in ihrer „Reinform“ praktiziert. Den Umgang mit Religion dominiert heute ein pragmatischer Eklektizismus: Das was mir hilft, das nehm’ ich, egal woher.[14]
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August 22nd, 2005 at 22:15
moin,
sieht nicht schlecht aus fuer eine alphaversion.
nur ein gedanke:
vielleicht solltest du den letzten absatz (also aehnlichkeiten [habe gerade keine de-tastatur]) unterteilen und den zweiten teil davon unter der ueberschrift “schlussfolgerungen fuer die christlichen kirchen” oder so fassen. denn du gehst darin schon weit ueber einen vergleich hinaus.
viel spass und gottes segen dir weiterhin
markus
p.s. leider habe ich immer noch keinen eigenen internetzugang - kommt hofentlich bald
August 22nd, 2005 at 22:21
Tztz. Und ich hab den ganzen Tag auf deinen ersten Blog Eintrag aus den USA gewartet
Das mit dem Unterteilen hab ich auch schon überlegt. Ich denk das werd ich auch machen. Dann sieht auch das Inhaltsverzeichnis nicht so leer aus. Wir leben ja schließlich auch in einem ästhetischen Zeitalter
Die viel Spaß noch