Ich hab in den letzten drei Tagen angefangen, mein neues Zimmer in Gießen zu beziehen. Ich hatte hier ja schon mal geschrieben, dass ich das sagenhafte Glück habe, in der FTA WG gelandet zu sein … nun ich hoffe, dass das ein sagenhaftes Glück sein wird, und von dem, was ich momentan so sehe, sieht auch alles danach aus. Das Zimmer ist sehr angenehm, sehr hell, ruhig gelegen und nicht zerklüftet, sondern schön quadratisch mit einer kleinen Einbuchtung für den Schreibtisch. Fotos werd ich noch nachreichen.
Auch die nähere Umgebung ist genial. Aldi, Obi, Toom, Pro Markt, Burger King, McDonalds, Gemeinde, alles in fünf Minuten zu Fuß erreichbar. Das erspart Fahrradfahren und spart Zeit.
Mittlerweile ist der größte Teil meiner Sachen unten … das heißt Möbel und Bücher, und letzteres macht 2/3 meiner Besitztümer aus
Vielleicht schaffe ich es sogar mal, alle meine Bücher in Schränken unterzubringen. Das wäre nach vielen Jahren das erste Mal. Da hat sich einiges angesammelt während der Bibelschulzeit. Beim Kramen in der Wohnung meiner Eltern habe ich auch Sachen wiedergefunden, die ich schon ewig nicht mehr gesehen habe.
Nächste Woche zieh ich dann endgültig runter, mit meinen Klammotten und letzten Sachen, die hier noch so herumfliegen. Ich hab keine Ahnung, wie das so sein wird am ersten Tag im eigenen Zimmer zu sitzen und wirklich selbständig zu sein, ohne Christel und Frida, die Essen machen und Wäsche waschen. Jaja Doro, jetzt erst beginnt das richtige Leben, ich weiß
Ansonsten gibt es nicht viel zu erzählen. Ausser Umzug ist bei mir nicht viel los gewesen. Ich merke nur, dass es tatsächlich schwierig ist, nach drei Jahren geregelter Zeit in Brake sich nicht total gehen zu lassen (Siehe meinen Post “die größten Gefahren zu Hause”). In einigen Bereich bin ich hart mit mir selber am Kämpfen und es ist gar nicht so leicht.
Vor allem muss ich aufpassen, dass ich nicht wieder in die gleiche Falle tappe, wie ich es häufig mache, wenn was neues beginnt. Wenn ich neues Terrain betrete, dann schalte ich häufig meinen “Emotions-Chip” ab (um es mal mit Data zu sagen ;-)). ich lass dann keinen an mich ran. Das passiert mir jetzt schon teilweise, wenn es um meine alten Freunde geht. Leider stelle ich fest, dass es mir gar nichts ausmachen würde, wenn ich die Leute überhaupt nicht mehr sehen oder sprechen würde. Ich weiß, ich weiß. Es ist klar, dass man nicht dauernd Kontakt halten muss. Aber ich kenn mich und ich weiß, dass bei mir die Gefahr besteht, in die andere Richtung abzurutschen. Ich bin grad dabei zu lernen, das richtig auszutarieren. Für Gebet wäre ich an dieser Stelle dankbar. Manchmal ist es wirklich nicht leicht, da ein richtiges Maß zu finden und manchmal zerreiß ich mir da zu sehr den Kopf drüber. Ich muss wieder lernen, auf andere Gedanken zu kommen.
Da das quasi meine “Rundbrief Kategorie” ist[1], ein paar Gebetsanliegen zum Schluss. Für Gebetsunterstützung bin ich immer dankbar:
* *Beziehung zu Gott*: Die leidet momentan etwas. Ich will und muss lernen, von einer quasi “notgedrungenen” und “pflichtgemäßen” Beziehung zu Gott in eine freiwillige, echte und tiefe Beziehung mit ihm einzutreten. Das ist schwieriger als gedacht. Auch nach drei Jahren Bibelschule ist man an dieser Stelle noch Anfänger und knüpft leider zu schnell dort an, wo man vor drei Jahren aufgehört hat.
* *Umzug und Ankunft in Gießen*: Es ist zwar fast alles unten, aber es muss noch eingeräumt und aufgeräumt werden. Das wird noch ein Spaß. Und dann ist angekommen sein noch nicht wirklich angekommen sein. Ich bin ja nicht alleine in der WG. Und ich bin auch nicht allein an der FTA
Da könnt ihr auch für beten, dass das alles gut gehen wird.
* *Finanzen*: Ich krieg zwar Bafög und dafür bin ich auch wirklich sehr dankbar. Aber das wird alles trotzdem ganz schön eng. Ich hab jetzt schon gemerkt, wie schnell das Geld futsch sein kann. Ich werd mir also einen kleinen Job nebenbei suchen müssen (vielleicht werde ich Geld für die Hilfe bei PC Reperaturen nehmen. Da könnte man sicher ein paar € verdienen … aber das ist so gar nicht meine Art).
So, das wars fürs erste von mir. Schönen Gruß an euch alle, auch an die Braker, die hier vielleicht mitlesen.
fn1. Übrigens habe ich vor kurzem festgestellt, dass ich ein Blog geführt habe, bevor ich überhaupt wusste, was Blogs sind. Ich habe schon damals nicht viel von Rundbriefen per eMail gehalten und so habe ich eine Art Tagebuch über meine Zeit an der Bibelschule geführt, alles per Hand in HTML erstellt und mühselig per Hand akutalisiert, leider noch ohne RSS feed, den hätte ich auch per Hand machen müssen
Das ganz hieß sogar “Brake.Log”, oder kurz “B.Log”. Ganz schön fortschrittlich für Deutschland, damals vor drei Jahren ![]()
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Oktober 9th, 2005 at 17:00
Hey Karl,
ist ja nett was Du da alles so schreibst. Hoffe Dein Umzug klappt weiter gut und Du lebst Dich dort bei der FTA gut ein. Ja, ich finde es auch schwer jetzt geistlich “fit” zu bleiben. Dabei haben wir die Nähe zum HERRN so sehr nötig. Genau die wünsche ich Dir!
Gruß aus dem nördlichen Deutschland,
Holger
Oktober 9th, 2005 at 19:30
karl, ich hab meinen namen sehr wohl gelesen und den kleinen seitenhieb verstanden.
aber ich gönne dir die wg und das darin stattfindende leben. organisiere doch einige wg-partys, dann haste keine chance dich in dein kämmerlein einzunisten.
aber ich bin doch leicht entsetzt. du willst tatsächlich nichts mehr mit der alten braker clique zu tun haben? das werde ich überlesen!
gruß aus dem land der freude(nberg) und der sieger(land)!
doro
Oktober 9th, 2005 at 21:55
Ich glaubs nicht, die Doro liest tatsächlich meinen Blog.
Nun, ich hab nicht geschrieben, dass ich nichts mit der Braker Clique zu tun haben _will_, sondern dass ich in der Gefahr stehe, dass das passieren _könnte_ (was ich nicht will). Ich hoffe das missverständnis ist geklärt