Ein Vergleich anhand ausgewählter Beispiele”
Ich kann den Titel eigentlich selber schon nicht mehr lesen. Ich hör in letzter Zeit so häufig von “Postmoderne”, dass es mir aus den Ohren rausquillt. Aber zum Glück nicht nur mir. Bei meinen Recherchen habe ich festgestellt, dass auch viele andere gefrustet sind, weil es kaum ein Wort gibt, das so häufig und diffus verwendet wird. Das Postulat der Postmoderne ist Pluralität, und das scheint beim Namen selber schon zu beginnen[1]. Jeder redet also über Postmoderne und keiner kann sie so richtig definieren. Das ist schonmal eine gute Vorraussetzung, um sich mit ihr auseinander zu setzen.
Zum Glück geht es mir weniger um die philosophische Postmodernetheorie, wobei die natürlich mit hineinspielt, als vielmehr um eine Gesellschaftsanalyse unserer als “Postmodern” bezeichneten, Zeit.
In meiner Sommerarbeit will ich die gegenwärtige Gesellschaft unter einigen Gesichtspunkten betrachten und dann schauen, wie es in diesen Bereichen in der Antike des 1. Jhrd. nach Christus aussah. Die untersuchten Bereiche spielen sich im Raum der Ethik und Religion ab, weil es sich dabei um eine theologische Facharbeit handelt. Mein Ziel ist es, festzustellen, wo sich die heutige Zeit von der Zeit der ersten Gemeinden unterscheidet, und wo wir vielleicht wieder Ähnlichkeiten mit dieser Zeit aufweisen, die über Jahrhunderte der christlichen Dominanz in Europa nicht so markant waren. Ich denke da zum Beispiel an die Auseinandersetzung mit anderen Religionen etc.
Das wird ein hartes Stück Arbeit, vor allem, weil es viel zu lesen gibt. Bei einer Exegese geht man an den Bibeltext heran und zieht dann und wann Sekundärliteratur zur Rate. Dort weiß man dann meistens schnell, wo man was suchen soll, z.B. bei Kommentaren etc. Aber bei so einer thematischen Ausarbeitung heißt es Bücher wälzen.
Ich hab’ schon eine Menge Geld ausgegeben, weil die Biblio kaum welche zu diesem Thema hat. Außerdem wollte ich da schon früher mal einsteigen. Die kann ich also noch gut gebrauchen.
Ich habe auch überlegt, ob ich nicht einen Fragebogen erstelle, mit ein paar Fragen zu diesem Thema. Mal schauen, ob ich die Muse und Zeit dazu finde.
Nach der Analyse plane ich auch, ein paar Tipps zu geben, wie ein Christ mit den Herausforderungen der Gegenwart umgehen kann, vor allem im Hinblick auf die Veränderungen, die durch postmoderne Gedanken herbeigeführt werden.
Wenn jemand interessante Literatur dazu kennt, dann kann er sie gerne hier anbringen. Ich suche noch ein paar gute Bücher mit Gesellschaftanalysen und Kulturgeschichtsbücher über die Antike und auch Gegenwart, vor allem im Hinblick auf Religion und Ethik. Christliche aber vor allem auch säkulere Primärliteratur wird favorisiert.
Wer gute christliche Bücher kennt, die eben Antworten auf die Herausforderungen der Gegenwart im Hinblick auf die gesellschaftlichen Veränderungen zu formulieren versuchen, der kann sich auch anbringen. Für gute Ratschläge und Tipps bin ich offen.
Die Bücher können auf Deutsch, Englisch oder Polnisch sein. Mit anderen Sprachen wirds schwer
Ihr könnt auch gerne posten, wie ihr die Gegenwart wahrnehmt. Wie empfindet ihr die Veränderungen in der Kultur und Gesellschaft? Welche Ängste und Sorgen habt ihr im Hinblick auf die Zukunft? Was für Vorteile seht ihr durch den vor sich gehenden Wandel? Eure Eindrücke wären mir auch eine große Hilfe.
Ich bin gespannt, was so dabei herumkommt.
GFS
fn1. Vgl. http://postmoderne-theologie.de/de/begriff_postmoderne.html
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Mai 2nd, 2005 at 8:52
Zirma, Peter V. : Moderne/ Postmoderne: Gesellschaft, Philosophie, Literatur. Tübingen/ Basel: Francke, 2001
Engelmann, Peter (Hrsg.): Postmoderne und Dekonstruktion. Texte französischer Philosophen der Gegenwart. Stuttgart: Reclam, 1990
Beck, Ulrich: Risikogesellschaft: Auf dem Weg in eine andere Moderne. Ffm: Suhrkamp, 1986
Luhmann, Niklas: Die Gesellschaft der Gesellschaft. Ffm: Suhrkamp, 1999
Willke: Systemtheorie entwickelter Gesellschaften. Juventa- Verlag
Soweit erstmal