“Golem”:http://www.golem.de/0511/41449.html und “Netzpolitik”:http://www.netzpolitik.org/2005/petition-fur-offene-formate-in-bundesbehorden berichten über eine “Online-Petition”:http://itc.napier.ac.uk/e-Petition/bundestag/view_petition.asp?PetitionID=11 an den deutschen Bundestag, in der der Bundestag aufgefordert wird, sich dafür einzusetzen, dass in deutschen Bundesbehörden vermehrt auf offene Dokument-Formate, wie z.B. den ISO-Standard von OASIS “OpenDocument” (u.a. in OpenOffice, Abiword, Kword etc. eingesetzt) u.a., gesetzt werden soll. Durch die verwendung proprietärer Datei-Formate wie z.B. das DOC Format in MS Word wird eine Gruppe von Anwendern ausgegrenzt, die dieses Format nicht verwendet und verwenden kann, weil das betreffende Produkt gar nicht auf deren System läuft.
Das bin z.B. ich
Ich habe kein MS Office, ich hab’ kein Geld für MS Office, ich hab’ nicht das System für MS Office und ich will kein MS Office. Ich habe diese Petiton unterschrieben, weil ich es unmöglich finde, dass der Staat in der Kommunikation mit seinen Bürgern auf exkludierende Formate setzt. Das Bestreben des Staates sollte es sein, es allen Bürgen möglich zu machen, seine Dienstleistungen ohne Einschränkungen in Anspruch zu nehmen. Vor allem, wenn es die Möglichkeit dazu gibt. Und mittlerweile gibt es sie. OpenDocument ist ein ISO Standard. Standardiger gehts kaum noch. Und das MS Office dieses Format nicht unterstützt ist kein Argument. Wo ist einerseits das Problem, sich das _kostenlose_ “OpenOffice”:http://de.openoffice.org herunterzuladen? Und andererseits wird auch MS seinen Widerstand gegen OpenDocuments aufgeben müssen, wenn es etabliert ist. Friss oder Stirb Mr. Gates.
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November 7th, 2005 at 14:59
Also gehe ich richtig in der Annahme, das man mit OpenDocument die Benutzer von MS Office ausgrenzen würde? Wenn OpenDocument nicht von allen verwendet werden kann, wieso sollte man darauf umsteigen?
Irgendwie wirdersprichst du dir selber. Ich kann verstehen, dass man einige Produte nicht mag, aber dann sollte man schon auf beiden Seiten fair bleiben.
November 7th, 2005 at 15:24
Nein du irrst dich. Jeder kann das OpenDocument Format in seine Software integrieren ohne horrende Lizenzgebühren zu bezahlen, auch MS, und ausserdem hat jeder die Möglichkeit sich mindestens ein Programm kostenlos zu installieren, dass mit OpenDocument zurecht kommt.
Aber nicht jeder hat die Möglichkeit MS Office zu installieren. Erstens kostet es Geld, zweitens läuft es nur auf Windows und MAC und grenzt somit die Benutzer anderer Betriebssysteme aus, und drittens hat nicht jeder die Möglichkeit einen fehlerfreien Filter für das DOC Format von MS Office einzubauen, weil die Lizenz dafür erst bei MS erworben werden muss.
Das ist der Unterschied zwischen offenen Dateiformaten und geschlossenen Dateiformaten.
Das hat in diesem Fall nix mit MS an sich zu tun, sondern eher mit der Auseinandersetzung zwischen offenen und geschlossenen Formaten.
November 7th, 2005 at 16:35
Und was ist mit denjenigen, bei denen OpenOffice nicht funktioniert?
Und was ist mit diejenigen, die kein PC haben?
Es wird immer jemand ausgegrenzt. So ist die Welt einfach. Lass dich von den birkenstocktragenden, neomarxistischen Sozialpädagogen nicht verarschen! *gg*
November 7th, 2005 at 16:54
Ich lass mich nicht verarschen … ich bin einer von denen nur in anderem Gewand
Die Aussage “so ist die Welt einfach” ist mir zu billig. Wenn die Menschen immer nur so gedacht hätten würden wir noch heute in Höhlen sitzen und rohes Fleisch essen. So ist die Welt einfach. Und noch heute würden Schwarze in den USA und Südafrika in den Bussen nicht neben Weißen sitzen dürfen. So ist die Welt einfach. Bullshit.
Das eine ist mit dem anderen nicht zu vergleichen? Wieso wird die Informationstechnologie immer abseits gestellt und kleingeredet? Das ist so was von 20 Jhrd.
November 7th, 2005 at 18:43
In einer Welt von millionen von Abtreibungen, 200.000 verfolgten Christen täglich, hunderttausende Aidstote sollten wir über etwas anderes sprechen als über die Endungen von Textdateien. Komm schon, das das ist nicht zu vergleichen mit der Diskriminierung und Versklavung von Afroamerikanern.
Es ist anders: willkommen im reichen verwöhnten Westen, wo wir uns über umgekippten Sekt flennen. lol
November 7th, 2005 at 18:52
Am besten ist, ihr baut euch einen kleinen Staat mit OpenSource Software auf. Und bietet eure kleinen Dokumente im OpenDocument Format an. Dann sind alle zufrieden. Warum einfach, wenns auch kompliziert geht?
November 7th, 2005 at 19:07
Ach komm Benni, du hast gar nicht kapiert, um was es geht. Es ist echt krass. Es geht gar nicht um Open Source, es geht gar nicht im einen OS Staat oder irgendso einen Blödsinn. Es geht darum das der STAAT, der für ALLE Bürger gleichermaßen ohne benachteiligung da sein MUSS, eben dieses auch sein soll. Und im Rahmen von verstärkten und forcierten eGoverment spielt eben auch das ne Rolle. Was ist so kompliziert dran? Ich finds echt lustig, wie schnell mans sich über so etwas lustig machen kann, wenn man nicht selber betroffen ist.
Es geht nicht nur um Endungen von Textdateien. Es geht um Prinzipien, wie der Staat mit seinen Bürgern umgeht. Es ist schade, dass das bisher so wenig ins allgemeine Bewusstsein gerutscht ist.
November 13th, 2005 at 23:11
Sorry jungs, aber da muss ich meinem Bruder mal recht geben:
ihr habt echt keine Ahnung, worum’s eigentlich geht.
Es geht nicht um das Recht eines jeden Bürgers, einen Computer oder Internetzugang vom Staat gesponstert zu kriegen, sondern darum, dass es eine Infrastruktur gibt, die nur jenen zur Verfügung steht, die ein bestimmtes Programm einer bestimmten Firma haben.
Die Petition will eben erreichen, dass die Behörden Standards einsetzen sollen, die offen sind - das heißt, dass jede Firma diese benutzen kann, wenn sie es denn will. Dass M$ dieses Dateiformat (ODT) nicht benutzt, liegt nur daran, dass sie es nicht wollen. Nicht daran, dass sie es nicht dürfen oder es zu viel kostet oder sonst wie technisch unmöglich ist.
Wenn jedoch .doc - Dateien herumgeschickt werden (von Behörden) und ich kein M$-Word habe, dann habe ich gelitten. Rein theoretisch könnten sie morgen das Dateiformat ändern und jeder OOo oder sonstwas Benutzer ist angeschmiert.
Vergleicht das mal damit:
Daimler und Benz verkaufen ihre Autos so gut, dass man bestimmt, auf Deutschen Autobahnen dürfen nur Mercedes Benz herumfahren. Alle anderen müssen Lizenzgebühren zahlen.
oder noch schöner:
Das Telefonnetz wird so konstruiert, dass nur Siemens-Telefone damit arbeiten können. Wenn Siemens den “Standard” ändern will, tut’s das und alle anderen Firmen haben wieder das Nachsehen.
Ich glaube, das ihr weder das eine noch das andere gerne hinnehmen würdet - warum lasst ihr euch also von einem stinkreichen Ami (nichts gegen Amis an sich - nur was gegen diesen besonderen) und einem herumhüpfendem Monkey was an die Backe labern?
Ach ja: es geht NICHT darum, dass jetzt das OpenOffice-Dateiformat “Standard” wird, sondern dass OD* (Open Document Text/…) - ein offenes Dateisystem als Standard anerkannt wird. OpenOffice.org nutzt diese Dateiformat, wie übrigens auch KOffice, Abiword und wohl bald auch andere Programme.
Ach noch was:
“Und was ist mit denjenigen, bei denen OpenOffice nicht funktioniert?”
Sorry, aber OOo gibt es für so ziemlich jedes Betriebsystem und du kannst auch die alten Dateiformate benutzen und ebenso im Neuen OOo unter dem alten Dateiformat problemlos speichern (im Gegensatz zu M$-Office, das es nur für zwei Betriebssysteme gibt und das noch nicht mal abwärtskompatibel ist).
just my 2 €-cent