Ich bin der CDU(Christlich Demokratische Union) normalerweise recht freundlich gewogen … nunja, auch wenn ich sie bisher noch nicht gewählt habe
Aber egal. Dieses Jahr hab ich echt darüber nachgedacht. Die FDP(Freie Demokratische Partei), die ich 2002 gewählt hatte, die ist bei mir momentan etwas ins Aus gerutscht. Die Grünen gefallen mir wegen ihrer Einstellung zu Software Patenten, deshalb haben die in der Europawahl meine Stimme bekommen. Aber in der Regierung haben sie für mich bisher noch nicht wirklich bewiesen, dass die was können. Die SPD(Sozialdemokratische Partei Deutschlands), naja, das sind verlorene Stimmen. Die haben einiges, was gut ist. Aber Kanzler Schröder hat sich selbst den Ast abgesägt. Ausserdem macht es bei der momentanen politischen Situation keinen Sinn, auf Rot-Grün zu setzen, weil die gegen den Bundesrat nichts machen können. Und ‘ne große Koalition ist auch nicht das Gelbe vom Ei. Über die Linkspartei verschwende ich überhaupt kein Wort. Dafür sind mir die Bytes zu schade.
Also war für mich in der momentan Situation die CDU fast die einzig wählbare Alternative, auch weil ich ihnen in wirtschaftlichen Dingen zusammen mehr zutraue, als der SPD. Nur bei Bürgerrechtsfragen etc. hatte ich bisher arge Bedenken gegen die CDU. Da setze ich auf die FDP als Gegengewicht. Die scheinen in Sachen Lauschangriff etc. endlich wieder aufgewacht zu sein.
Aber jetzt hat der Stoiber echt den Vogel abgeschossen. Das die Bayern spezies sind, das weiß man schon lange. Aber seine Äußerungen über Ostdeutschland und sein Arroganz und sein Hochmut als Bayer, das stinkt mir. Es ist schon Wahlkampftechnisch nicht sonderlich schlau. Stoiber hat sich darüber beschwert, dass die frustrierten in Ostdeutschland die Wahl bestimmen. Nun, diese frustrierten werden jetzt bestimmt nicht CDU wählen, und es werden vielleicht sogar einige frustrierte dazu kommen, die _nicht_ CDU wählen, einfach nur aus trotz. Dann werden diese “frustrierten” erst recht die Wahl bestimmen. Ich weiß nicht, ob der Stoiber überhaupt so weit denken kann. Aber er gehört ja zur bayrischen Elite, die Intelligenzia in Deutschland. Wenn alle so schlau wären, wie die Bayern, dann gäbe es die Probleme gar nicht. Zumindest seiner Ansicht nach. Als er 2002 als Kandidat zur Wahl stand, da hat er es halbwegs geschafft, auf dem Teppich zu bleiben. Die PR Manager haben ihn da wohl gezügelt. Aber jetzt, in seiner bayrischen Provinz fest im Sattel, da gibt er wieder sein Bestes. Ich bin froh, dass er dieses Jahr nicht als Kandidat zur Wahl steht, auch wenn er vielleicht in Bayern gute Arbeit leistet. Es fällt mir schwer, das zu beurteilen, wie das halt so ist mit dem Ausland
Ich bin auf die neuen Umfragewerte gespannt, die sicherlich nicht mehr so rosig aussehen werden. Danke, Herr Stoiber.
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August 11th, 2005 at 17:07
Ja echt mal. Es wird Zeit, mal dieses dumme inhaltsleere Stammtischgelaber abzustellen und in einen konstruktiven Dialog zu treten (wie das btw. “der Gysi” vormacht. Man kann ihn ja Demagogie vorwerfen, aber zumindestens ist er 90% der Zeit repsektvoll und tiefsinnig). Ich bin als ehemlaiger Thüringer erschreckt, wie groß die Ignoranz und die Vorurteile im Westen gegenüber dem Osten sind. Man weiß manchmal mehr über Türken und Muslime Bescheid als über Ostdeutschland.
August 11th, 2005 at 21:42
@BON-Arne:
Vielleicht, weil man seinen Urlaub öfter in der Türkei gemacht hatte als in Ostdeutschland?
nun zum Eigentlichen:
Ich hatte micht ja eigentlich auch gefreut, dass nun Bewegung in die Sache kommt (ich meine, wenn Schwarz-Gelb im Bundestag und Bundesrat die Mehrheit hätten, dann könnten sie endlich was bewegen) - aber so wie sich cdu/csu im Moment anstellt, weiß ich nicht.
Das Problem ist, dass man irgendwie keine Partei wirklich wählen kann (ist natürlich meine persönliche Meinung). Entweder sind sie gegen Kirche oder für SW-Patente oder für Abtreibung oder haben wirtschaftspolitische Rezepte, die sich längst ad absurdum gefährt haben.
Bleibt nur noch die PBC *g*
August 12th, 2005 at 15:47
Ich denke, man muss seine Schwerpunkte setzen. Ich persönlich gehe nicht danach, welche Partei an die Macht kommen soll, sondern ich gehe danach, welche Schwerpunkte in den nächsten 4 Jahren herrschen sollen. (entweder durch die Regierung oder durch den Druck einer starken Opposition).
Will man eine konservative Familienpolitik, wählt man PBC. Will man eine wirtschaftsnahe Politik CDU. Will man ein Schwerpunkt auf Bürgerrechte setzen, nimmt man FDP. Will man Atomausstieg die Grünen. Will man eine gebremste wirtschaftsnahe Politik, wählt man SPD. Will man eine arbeitnehmerfreundliche Politik, die sich an den Armen orientiert, wählt man links. Man darf halt nicht mit den Höchstmaß an Forderungen rangehen. Und man darf nicht in den alten Zynismus einstimmen: “Bringt ja eh alles nischt etc. etc.”.