Ich war heute mal wieder im Kino, mit meinem Bruder und seiner Frau. Wir haben uns “Wächter der Nacht” angeschaut, ein russischer Film. Als ich die Vorschau dazu vor einiger Zeit gesehen hatte, da hat mich der Film schon interessiert … alleine schon, weil er nicht aus Hollywood kommt
Mein Eindruck vom Film ist zwiespältig. Von der technischen Seite her muss ich sagen, dass er ziemlich gut gemacht ist, auf jeden Fall besser als manche aus Hollywood … und auf jeden Fall besser als viele aus Deutschland (wieso haben die Deutschen Filmemacher nicht mal den Mut, wirklich neues auf die Leinwand zu bringen? Ich meine die Russen schaffens doch auch?). Es war nichts weltbewegendes neues dabei, dennoch war es gut aufgemacht, mit vielen interessanten Effekten, die nicht nach billigem, kalten CGI aussehen. Die Effekte sind eher Vintage, old school. Das macht ihren Reiz aus. Auch die Kameraführung und das ganze Bild an sich war nicht einfach nur Standard. Es hatte einen gewissen touch, es war nicht so steril, wie man es bei manchen Filmen manchmal sieht. Die Bilder passten zum Thema des Filmes.
Hier kommen wir auch schon zum eher schwachen Teil des Films, der Story. Gut kämpft gegen Böse. Beide Seiten schließen einen Pakt, der aber nun in Gefahr gerät, weil eine alte Prophezeiung sich erfüllt und ein Junge auf die Welt kommt, der sich für eine der beiden Seiten entscheiden muss. Durch seine Entscheidung wird das Gleichgewicht der Kräfte durcheinander gebracht. Nichts wirklich neues, teilweise auch Anleihen bei Star Wars (Anakin Skywalker etc.). Das an sich ist aber nicht schlimm. Hätte man das gut verpackt, hätte der Film wirklich das Zeug, so etwas wie Matrix 1 für 2005 zu werden: ein unerwarteter Underdog der reinhaut. Wo die Russen bei den Effekten und der Technik aber Pluspunkte gesammelt haben, haben sie diese bei der Story wieder verspielt. Jungs, das müsst ihr noch lernen. Da war zwar ein roter Faden drin, aber teilweise wurde es wirklich wirr. Und das Ende des einen Erzählstrangs war wirklich schwach. Das wurde so aufgebauscht und am Ende hat ein Gespräch alles aufgelöst. Das ist kein echtes Finale gewesen.
Und ihr habt an manchen Stellen einfach zu viel reingestopft. Das war der Vorteil z.B. von Matrix 1: Ein sauberer Erzählstrang. Man muss nicht alles aufklären, aber bitte nicht so viel Zeug reinstopfen, was unerklärt ist, dass man gar nicht mehr weiß, was Sache ist. Die Story muss nicht platt sein, aber etwas mehr clean wäre doch wünschenswert gewesen.
Wenn ich das richtig verstanden habe, dann wird das eine Trilogie. Die Russen hätten hier wirklich die Chance, mal abseits von Hollywood was alternatives zu bieten. Die Story an sich, also der rote Faden im Hintergrund, und die Technik, die verwendet wird, hat auf jeden Fall das Zeug dazu. Wenn ihr es noch schafft, die ganze Geschichte gut und sauber zu erzählen, dann habt ihr das Zeug zu einem Klassiker. Aber wenn die Story bei den nächsten Teilen wieder so krumm und wirr sein wird, dann gute Nacht.
Für die Technik gibts 4 von 5 Punkten. Für die Story höchstens 3 von 5.
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October 2nd, 2005 at 19:26
Russen an die Macht *bwahahahahaha*