Mein Bruder hat mich vor kurzem auf diese Formulierung aufmerksam gemacht. V?rher ist sie mir nie wirklich ins Auge gesprungen. In Apg 9,2 werden die Christen bezeichnet als die, “die des Weges wären” (??? ???? ?????). Diese Formulierung findet sich in der Bibel nur in der Apostelgeschichte. Das ist nichts großes, aber sie transportiert ein interessantes Bild:
# Wird damit Dynamik ausgedrückt. Das Christentum ist unterwegs. Es steht nicht still. Es bewegt sich. Das passt sehr gut zum Inhalt der Apostelgeschichte, wo der Weg des Christentums beginnend in Jerusalem bis hinaus in die Haupstadt der damaligen Welt, Rom, gezeichnet wird. “Stillstand ist der Tod”, ich denke, das trifft die Herausforderung der Gemeinde gut.
*kleiner Einschub*:Als ich mich etwas mehr über diese Formulierung informieren wollte und nach Kommentaren suchte, bin ich auf das Buch: “Die werdende Kirche”:http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B0000BHE9D/qid=1112817955/sr=8-4/ref=sr_8_xs_ap_i4_xgl/302-1633527-6297627 von Otto Dibelius gestoßen, einer Auslegung der Apostelgeschichte. Das Buch ist von 1938. _The emerging church_ ist nichts neues
Im Klappentext wird ein interessanter Gedanke aufgeworfen, der sinngemäß ungefähr das aussagt: Die Kirche ist immer im Werden, aber sie muss immer so werden und im Werden bleiben, wie beim ersten Werden. Sie muss sich ständig ändern, ohne aufzuhören, sie selbst zu sein.
Die Dynamik bezieht sich nicht nur auf den Wandel der Gemeinde, sondern auch auf die missionarische Dynamik. Die Apostelgeschichte ist auch Missionsgeschichte. Die Christen waren unterwegs, um die ganze Welt mit dem Evangelium zu erreichen. Der bekannteste Proragonist ist sicherlich Paulus, der einfach nicht still sitzen konnte, solange es Menschen gab, die Jesus noch nicht kannten. Er blickte zwar zufrieden zufrieden zurück, aber er gab sich nicht zufrieden damit. Er wollte noch weiter.
??? ???? ????? - Die Gemeinde auf dem Weg. Eine Herausforderung für uns Heute.
# Aber diese Formulierung drückt auch einen Absolutheitsanspruch aus. ??? ???? - Die Gemeinde, _der_ Weg. Sonst gibt es keinen. Nicht das in _der Kirche_ das Heil zu finden wäre. Das ist Quatsch. Das Heil ist nicht in der Kirche, aber wer das Heil hat gehört automatisch zur (universalen) Gemeinde. Die Gemeinde, als Zusammenschluss der Gläubigen, ist der Träger der Botschaft Gottes. Es ist Aufgabe der Gemeinde, Menschen mit Jesus bekannt zu machen. Jesus hat sich entschieden, das Heil der Welt in die Hände der Gemeinde zu legen. Wenn wir die Menschen nicht mit Jesus bekannt machen, dann wird es niemand tun. Das Wort von der Schlüsselgewalt in Mt16,19 zu sehr kleinreden, auch wenn andere es überstrapazieren. Die Gemeinde ist _der_ Weg, den Jesus gewählt hat, um sein Reich in der Zeit der Gnade aufzubauen. Es gibt keinen Plan B.
Wir sind die, die des Weges sind. Interessanter Gedanke.
GFS
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April 11th, 2005 at 21:13
Hi - nur mal ein erster Gedanke:
ja, hört sich interessant an.
Nun zum Satz: “Aber diese Formulierung drückt auch einen Absolutheitsanspruch aus. ??? ???? – Die Gemeinde, der Weg. Sonst gibt es keinen. Nicht das in der Kirche das Heil zu finden wäre. Das ist Quatsch. Das Heil ist nicht in der Kirche, aber wer das Heil hat gehört automatisch zur (universalen) Gemeinde.”
Vielleicht soll “die DES WEGES waren” auch den Glauben - weniger die GEMEINDE bezeichnen. Dann wäre DES WEGES bzw. DER WEG also nicht eine Bezeichnung der Gemeinde, sondern des Glaubens an JC.
Dann aber noch was - ich glaube, ich habe es dir schon mal gesagt. Der Satz: “Außerhalb der Gemeinde gibt es kein Heil.” ist theologisch voll korrekt - wenn man Gemeinde im biblischen Sinne versteht.
Eugen wird nächsten Monat hier eine Predigt halten, die er mit eben der Aussage beginnt: “extra ecclesiam nulla salus”. Bin gespannt, welche Reaktionen kommen werden.
schönen Tag noch
April 11th, 2005 at 22:33
Ich find den Satz: “extra ecclesiam nulla salus” zu sehr belastet, auch wenn er seine Richtigkeit hat.
Ich würds eher so formulieren: “Non salutus(?) extra ecclesiam”. Kein Gläubiger ausserhalb der Gemeinde. Ausser du meinst damit die Schlüsselgewalt der Gemeinde, also das Gott die Gemeinde als Botschafter des Evangeliums gewählt hat. Dann würd es wieder nur so zu formulieren sein, wie du es geschrieben hast.
GFS