Ein Gedicht von 1866 von Georg Herwegh. Ich hab mich fast weggeschmissen, als ich es das erste Mal gelesen habe.
*Der Nürnberger Bierkrieg*
Zu Nürenberg - hier steht’s gedruckt -
Da hat es angefangen;
Nachdem es lang vorher gespukt,
Ist’s endlich losgegangen.
Zu Nürenberg, der alten Stadt
Der Türmlein und der Erker,
Wenn da der Mensch kein Bier nicht hat,
So wird er zum Berserker.
Es war ein Schlachten - glaubt es mir -
Als wie vor Trojas Mauern:
Die Helena hieß “Bayrisch Bier”,
Der Feldzug galt den Brauern.
Er galt dem Bier und nebenbei
Dem öffentlichen Wohle;
“Bier her!” so hieß das Feldgeschrei,
und “Billig!” die Parole.
Hei! wie die Recken Bayernlands
Da wüteten, die Tapfern!
Nicht eine Scheibe ließ man ganz
Den teuren Bierverzapfern.
Viel Tausend stehen nicht mehr auf,
Die da zerschlagen liegen;
Zwölf Schuh hoch lagen tags darauf
Die Scherben von den Krügen.
Heil uns, daß noch ein deutscher Mann
Steht auf der Freiheit Wache!
Daß er sich noch begeistern kann
Für eine große Sache!
So laßt uns fest zusammenstehn,
Der Bildung Pioniere!
Mag Erd’ und Himmel untergehn,
Hurra! Wir geh zu Biere!
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