Im dritten Kapitel kommt Daniel zwar nicht vor, aber auch von seinen Freunden kann man viel lernen. (Übrigens habe ich erst heute im Unterricht gecheckt, dass Daniel und seine Freunde erst so um die 15 waren, als sie nach Babylon kamen. Wenn man das mit dieser Info liest, dann wird’s um einiges krasser. Alter Schwede, als ich 15 war …)
Was immer mehr ins Auge springt, ist der etwas “aufgedrehte” Charakter Nebukadnezzars. Er scheinte eine ausgeprägte Vorliebe für Todesstrafen zu haben. Zumindest finden wir in jedem Kapitel die Androhung einer Todesstrafe vor. Jeder, der seinen Gott Marduk nicht anbetet, soll sterben. Am Ende der Geschichte soll jeder sterben, der Gott Jahwe nicht anbetet. Das ist wohl auch ein kleiner Hinweis auf seine etwas launische Art. Ausserdem muss er etwas cholerisch gewesen sein. In V.17 tobt er vor Wut, als er erfährt, dass die drei Freunde sich weigern, das Standbild anzubeten. In V.19 verzerrt sich sein Gesicht sogar vor Zorn, schreibt die Gute Nachricht. Ich kann mir das richtig plastisch vorstellen, wie er zuerst gar nicht weiß, wie er auf die Kaltschnäuzigkeit dieser drei Freunde reagieren soll, und wie er dann nach kurzer Zeit um so mehr ausflippt.
Aber es geht ja um das Verhalten der drei Freunde, und nicht um die Launen des Nebukadnezzars (wer sucht sich so einen Namen aus?). Und ich finde die drei ziemlich cool hier:
p=. “_Wir haben es nicht nötig, dir etwas darauf zu antworten._”
Äh, ihr wisst doch, dass ihr hier vor Nebukadnezzar steht, oder nicht? Ich meine _dem_ Nebukadnezzar, dem mit dem Hang zur Todesstrafe!
p=. “_Unser Gott, dem wir gehorchen, kann uns zwar aus dem glühenden Ofen und aus deiner Gewalt retten;_”
Bis hier ist ja noch O.k. Gott wird schon retten, das passt.
p=. “_aber auch wenn er das nicht tut: Deinen Gott werden wir niemals verehren und das goldene Standbild, das du errichtet hast, werden wir nicht anbeten._”
Hier wird’s etwas haariger, oder besser: brenzliger. Was ist, wenn Gott nicht rettet? Mit dem großen Bruder im Rücken sind wir Mutig, aber könnten wir auch sagen: “Auch wenn der große Bruder nicht dabei ist, werde ich genauso mutig sein?”
Diese drei Freunde haben fast etwas übermenschliches an sich. Wenn ich nicht wüsste, dass diese Geschichte _wirklich_ so passiert ist, wenn sie nicht in der Bibel stünde, wenn ich sie woanders gehört hätte, dann könnte ich das in die griechischen Mythensagen abtun. Es ist zwar nett zu lesen, aber mit meinem Leben hat das nichts zu tun … (Ich kann fast verstehen, wieso so viele Menschen mit Daniel ihre Probleme haben.)
Aber das waren keine Halbgötter, die sich heroisch gegen einen grausamen Diktator erhoben haben und sich einen Platz im “Olymp”:http://de.wikipedia.org/wiki/Olymp erkämpft haben, oder die kühn, wie “Orpheus”:http://de.wikipedia.org/wiki/Orpheus, nichts zu verlieren, vor “Hades”:http://de.wikipedia.org/wiki/Hades traten, um eine Frau zurückzugewinnen.
Nein, das sind drei Jungs, ca. in meinem Alter, genauso am Anfang ihres Lebens, genauso voller Ideen und Pläne, nur in einer etwas anderen Zeit. Ich hätte gerne in das Gesicht dieser drei geblickt. Waren sie entschlossen? War Furcht in ihren Augen? Die Bibel sagt uns leider nichts darüber. Aber die Bibel sagt uns, dass sie mutig genug waren, dem Götzenkult Nebukadnezzars die Stirn zu bieten. Und das sie bereit waren, dafür ins Feuer zu gehen. Das ist krass! Wofür wäre ich bereit, in den Feuerofen zu gehen?
» Hey, nur einmal vor so einer blöden Statue niederknien, ein paar Sprüche aufsagen. Solange du mit dem Herzen nicht dabei bist, was ist schon dabei? Sei doch nicht so übertrieben fromm «
So oder so ähnlich hat man (ich?) sich oft genug rauszureden versucht, wenn’s kritisch wurde. Die drei hier sind ganz anders. Und das macht mir Mut, dass auch ich durch Gottes Kraft in der Lage sein werde, wie diese drei zu reagieren, auch, oder gerade dann, wenn kein Feuerofen auf mich wartet. Denn oft ist es schwieriger, in den Alltagsdingen auf Spur zu bleiben. Bevor wir bereit sein wollen, in den Feuerofen zu gehen, sollten wir bereit sein, uns in der Hitze des Alltags zu bewähren. Das ist Herausforderung genug.
Die drei sind übrigens auch ein gutes Argument gegen diejenigen, die sich in solchen oder so ähnlichen Fällen hinter Röm 13 verschanzen: “aber ich muss doch dem Staat gehorchen”. Jo, schon, aber das hat eine Grenze. Und diese Grenze beginnt da, wo ein irdisches Reich sich anfängt auf göttliches Terrain zu begeben. Gib Gott, was Gott zusteht …
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September 4th, 2006 at 20:38
es ist sehr beeindruckend was die christen für ihren glauben so alles tuen ich bin wirklich fasziniert von der standhaftigkeit ihres glaubens ein großes kompliment an die märthyrer deren wille sehr stark war!!!