Wir haben heute mit dem Daniel Unterricht an der Bibelschule begonnen. Daniel wird sicherlich ziemlich cool werden. Viele spannende Themen, vor allem aber ein sehr breiter Mix an Themen. Da ist viel prophetisches, was nicht so einfach zu verarbeiten ist. Aber da ist auch viel Leben.
Daniel, der Adelssohn in einem fremden Land, in einer heidnischen Kultur. Wie ist Daniel damit umgegangen? Wie hat er seinen Glauben bewahrt?
Sich diese Frage während des vorbereitenden Lesens für den Unterricht zu stellen ist eine der Aufgaben, die unser Lehrer uns aufgegeben hat. Wir sollen während des Lesens ein Journal führen über das, was uns in Daniels Leben und Glauben anspricht.
Ich habe mir überlegt, dass ich andere an dem, was ich von Daniel lerne, teilhaben lassen kann. Das ist aber auch eine persönliche Herausforderung, denn man schreibt sicherlich anders, wenn man weiß, dass da taus … naja, zumindest zwei, drei andere mitlesen. Man steht in der Gefahr, dass alles etwas “sexier” zu gestalten, ein bißchen auf geistlich zu machen. “Oh, schaut her, was der alles an geistlichen Wahrheiten gelernt hat. Ein Heiliger …” Nein, eben nicht. Deshalb hoffe ich, das es mir gelingt, wirklich ehrlich zu schreiben.
*Daniels erste Bewährung*
Das erste, was uns von dem überliefert wird, was Daniel tut, ist, das Essen der Babylonier abzulehnen. Da sind gleich zwei Sachen, die mir persönlich etwas fremd erscheinen:
# Wer würde schon guten Wein und gutes Essen ablehnen (und vor allem gegen Wasser und Gemüse tauschen)? Und sie haben wahrscheinlich nur die besten Weine serviert bekommen, die es dort überhaupt gab, von Nebukadnezzar selbst ausgesucht. Aber Daniel hat es abgelehnt, weil er sich nicht verunreinigen wollte. Wir in unserer christlichen Freiheit kennen das kaum noch. Wenn ich etwas nicht esse, dann, weil es mir nicht schmeckt, aber nicht, weil ich es nicht dürfte.
# Ist der Hof von Nebukadnezzar nicht die Kantine vom Bundespräsidenten. Wenn der Diener sagt: “der König wird mir den Kopf abreißen”, dann _wird_ der König ihm den Kopf abreißen. Gewerkschaften und Arbeitnehmerschutzgesetze werden erst einige tausend Jahre später erfunden.
Daniel geht also das Risiko ein, aber er ist kein Egoist! Er sieht die Sorge des Aufsehers und er weiß auch, welches Risiko _der_ eingeht. Wie oft bin ich leider nur prinzipienreiter aus Bequemlichkeit und übersehe dabei die Probleme, die ich anderen dabei verursache. Und oft merke ich das gar nicht. Aber Daniel hat das gesehen und er hat eine gute Lösung parat. Ein Zehn-Tage Test mit Zufriedenheit-oder-Geld-Zurück-Garantie.
Nun, es sieht gut aus für Daniel und seine Freunde … und auch für den Aufseher. Der Kopf bleibt vorerst dran.
In Daniels Leben sieht man aber auch von Anfang an, dass sein Gehorsam von Gott gesegnet wird. Gott schenkt ihm und seinen Freunden viel Weisheit und Auffassungsgabe. Und Daniel weiß damit umzugehen. Er bleibt nicht beim Gehorsam stehen. Er erregt Aufmerksamkeit. Manchmal neigen wir zu einer falschen Demut: “Oh, wir sind so unbedeutend, so klein, so schlecht. Wir können gar nichts”. Daniel zeigt ein anderes Bild. Wenn Gott dir die Möglichkeit gegeben hat, zehnmal klüger zu sein, als andere, bitte, nur zu. Und wenn du der dritte Mann im Staat werden kannst, bitte, nur zu. Gott hat mich mit Gaben und Talenten beschenkt. Und ich wäre undankbar, wenn ich sie nicht einsetzen würde. Ich bin sicherlich nicht zehnmal klüger als andere, aber ich muss mich trotzdem immer wieder selbst hinterfragen, ob ich das, was ich von Gott geschenkt bekommen habe, auch wirklich so für ihn einsetze, wie ich könnte. Und zu oft lautet die Antwort auf diese Frage leider: *Nein!*
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