Ich habe heute einen interessanten Artikel gefunden, der aufzeigt, welche Gefahren sich ergeben würden, wenn es wirklich dazu kommen würde, wenn das Urheberrecht auf “eine Ewigkeit -1 Tag” ausgedehnt werden würde, wie Sonny Bono und andere Copyright-Fetischisten es gerne hätten:
Das Thema “Urheberrechte” wird unter Christen viel zu selten Thematisiert. (Und ich hoffe, mit meiner “Cafca Kategorie” auf meinem Blog etwas daran zu ändern. Dazu in einem anderen Post mehr”). Und wenn, dann meistens nur mit platten Parolen, die von der Content Industrie vorgegeben werden, ohne selber einen Funken Ahnung davon zu haben, welche Gefahren(! Ja, richtig gelesen, gefahren) mit dem Urheberrecht verbunden sind, wenn es so weiterläuft, wie bisher.
Wem die Story etwas zu abgehoben ist, dem würde ich folgendes Beispiel gäben:
Was würde passieren, wenn die Urheberrechte wirklich ohne Ende gültig wären, also nicht 70 Jahre nach dem Tod des Autors verlöschen würden? Dann hätte Paulus noch heute das Recht auf seine Briefe. Und da Paulus ja längst Tod ist, würde das Recht seinen Nachkommen vererbt werden. Da er aber alle Wahrscheinlichkeit nach keine Nachkommen hatte, würde das Recht seinen Verwandten zukommen. Jetzt dürfte keine Gemeinde die Briefe des Paulus ohne die Erlaubnis der Rechteinhaber kopieren, übersetzen, verteilen etc.
Stellen wir uns dann mal weiter vor, diese Rechte würden irgendwann in den Besitz der allgemeinen und damals lange Zeit einzigen, also katholischen Kirche übergehen? Welche Folgen hätte das für die Reformation gehabt? Wir regen uns ja schon darüber auf, zurecht, dass die Katholische Kirche das Lesen der Bibel unter Todesstrage gestellt hat. Damals half ihr nur ihre uneingeschränkte Macht, die durch die Reformation in Teilen gebrochen wurde. Heute hätte sie was viel schlimmeres in der Hand, nämlich ein Heer von geldgeilen Anwälten, die jeden Bibelübersetzer und jede unautorisierte Bibelgesellschaft verklagen würden. Das Recht auf die Bibel liegt ja bei der katholischen Kirche, und das Urheberrecht hat ja seine Berechtigung. Jeder hat ja das Recht, Geld zu verdienen. Bye bye Wycliff, bye bye Bibel in jedem Schrank.
Kann es das sein, was wir wollen? Wie stehen wir zum Urheberrecht?
Ich will nicht zum Raubkopieren anleiten, aber ich will zum Nachdenken darüber anregen, wie wir als Christen, wenn wir selber kreativ sind, mit dem Urheberrecht umgehen. Muss es unbedingt “all rights reserved” sein? Wofür ist ein restriktives Urheberrecht gut?
Stört es uns eigentlich nicht, dass die gängisten Bibeln in der Hand von wenigen Verlagen liegen und wir als Leser eigentlich von deren Nachsicht abhängig sind? Wer garantiert uns, dass die Verlage es auf alle Zeiten dulden werden, dass in Gottesdiensten aus ihren Bibel gelesen wird, ohne dass sie dafür “angemessen vergütet” werden, wie es ihnen laut Urheberrecht bei jeder Bibellesung zustehen würde? Wie kommt man überhaupt auf die Idee, auf Gottes Wort Urheberrechte geltend zu machen?
Wieso gibt es keine freie, allen zugängliche zeitgemäße deutsche Bibelübersetzung, wie es sie im angelsächsischen Raum mit der NET Bible schon länger gibt?
Ich hoffe, ich stehe mit meinen Ansichten nicht ganz alleine da. Was sagst du dazu? Wie seht ihr das?
GFS
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