Ich habe angefangen, das Buch Freedom of Expressions® von Kembrew Mcleod zu lesen. Es greift ein ähnliches Thema auf, wie free culture von Lessig. Aber er kommt von einer etwas anderen Perspektive an die Sache heran. Mcleod greift das Thema der Meinungsfreiheit auf und er zeigt, wie sehr diese Freiheit, sich kreativ auszudrücken, eingeschränkt wird.
Dabei zeigt er genauso wie Lessig, dass kreatives Schaffen nicht kontextgelöst möglich ist. Es gibt kaum Kreativität ex Nihilo. Kreativität ist vielmehr ein resamplen. Man ist beeinflusst durch andere und mixt dann viele Einflüsse zu etwas Neuem.
Beispielhaft verdeutlicht er das z.B. an der Entstehungsgeschichte des Liedes “Happy Birthday”. Time Warner hält das Urheberrecht an diesem Lied bis 2030. Wenn du also auf einer Party diesen Song in der Öffentlichkeit anstimmst, dann kann es passieren, dass du von Time Warner verklagt wirst. Im Buch schreibt Mcleod darüber, dass Time Warner Abmahnungen an Pfadfindercamps geschrieben hat und gedroht hat, dass diese Camps verklagt werden, wenn am Lagerfeuer “Happy Birthday” oder ähnliche, geschützt Lieder gesungen werden. Total krank! Vor allem, wenn man bedenkt, dass der Song “Happy Birthday” selber nur ein Sample verschiedener anderer Songs ist. Die Melodie klingt sehr ähnlich zu einigen anderen Volksliedern aus dem 19. Jahrd und der Text wurde spontan von 9 jährigen Kindern auf einer Geburtstparty “gedichtet”. Es wurde also kaum kreative Leistung dafür aufgebracht, dieses Lied zu komponieren, aber es ist ein goldscheißender Esel für Time Warner, weil diese Lied einfach der Standard-Geburtstag Song ist.
Ein anderes Beispiel ist Walt Disney, mitterweile mein Hassobjekt in Urheberrechtsdingen. Walt Disney greift auf Geschichten zurück, die Allgemeingut sind, wie z.B. Schneewittchen, die Sieben Zwerge etc. Selbst ihre Mickey Maus ist eigentlich nur angelehnt an eine vorher schon existierende Figur. Aber versucht mal, ein Werk von Disney zu nehmen und kreativ zu verwerten! Nein, versucht es besser nicht. Das würde ganz schön Teuer werden. Die großen Medienunternehmen nehmen also das Recht für sich in Anspruch, die kreativen Erzeugnisse anderer zu verwerten, sie selber aber sind nicht bereit dazu, ihr Material genauso zur Verfügung zu stellen. Im Gegenteil war Disney maßgeblich am Sony Bono Copyright Act beteiligt, der die Grenze für den Ablauf der Urheberrechte um 20 Jahre verlängerte. Und wenn diese 20 Jahre um sind, dann wird Disney wieder alles daran setzen, ihre Mickey Maus in den eigenen Fingern zu behalten. Es gibt sogar Bestrebungen, das Urheberrecht auf Ewig festzusetzen (und was hat der Urheber dann davon??). Was aber, wenn das so wäre, wenn die Grimm Brüder die Urheberrechte an ihren Märchen noch heute hätten? Würde Walt Disney genauso erfolgreich und populär sein, wie heute?
Die
Zusatz: Mcleod selber hat gezeigt, wie einfach es ist, sich Rechte auf Absurdes zu sichern. Er hat die Verwertungsreche für den Ausdruck “freedom of Expressions®” gesichert. Wer diesen Ausdruck also verwenden will, der müsste normalerweise bei Mcleod um Erlaubnis bitten. Das Marken- und Patentamt hat seinen Antrag durchgehen lassen. In seinem Buch ist das offizielle Zertifikat abgedruckt.
Popularity: 3% [?]


May 8th, 2005 at 16:36
Hi Karl. In der letzten Zeit stimmt das Datum deiner Posts irgendwie nicht mehr. Dieses Post z. B. erscheint bei mir in Feedreader als ob du es am 07.12. geschrieben hast…
Komischerweise ist das bei Johannes Kleske auch so. Vielleicht hast du in deinem Blog etwas umgestellt oder so…
Ciao
Danny
May 8th, 2005 at 16:57
Hm, komisch. Welchen feed verwendest du (Atom, RSS2)? Hast du es mal mit anderen Feedreedern getestet? Sowohl mein Firefox als auch mein Akgregator für KDE zeigen das richtig an. Auch der Feed Quelltext zeigt das richtige Datum an.
Kann vielleicht jemand anders bestätigen, was Danny geschrieben hat?
GFS